Lichtfang 2021

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  • Hallo Cedric,


    ich habe gestern an der Donau geleuchtet. Es war ein sehr guter Abend, vor allem flog auch sehr viel am Köder an. Da das heurige Jahr auch wettertechnisch verrückt ist, fliegen zum Teil Arten zusammen, die sich nicht so oft überschneiden.

    Von den Schwärmern waren elpenor, ligustri, populi da ... aber auch schon ein Weibchen vom Braunen Bären (caja). Eine Unmenge an potatoria aber keine populifolia ...


    kurz und gut ... es kann sich auf jeden Fall lohnen. Derzeit passt ja auch der Mond sehr gut.


    Außerdem weißt du nie, was fliegen würde, wenn du es nicht versuchst ...


    Lg und viel Erfolg


    Leo

  • Hallo Leo,


    vielen Dank für deine Antwort!

    Ich war dieses Jahr bereits 6 mal leuchten leider kamen insgesamt trotz Ortswechsel nur eine Eule und ein paar Spanner.

    Wahrscheinlich liegt es aber eher am Licht. Zum leuchten verwende ich 2 Campinglampen mit einer Stärke von 10 Watt. Ich habe leider keine Stromquelle die ich mitnehmen könnte und die auch reichen würde. Am Haus zu Leuchten gab nur Ärger mit den Nachbarn und es kam nichts angeflogen.


    Ich habe allerdings einen schönen Platz zwischen Wald und Feldwiese gefunden, wo ich gerne heute Abend oder morgen Abend von 22:00 bis 02:00

    leuchten möchte.


    Viele Grüße aus Wiesbaden

  • Hallo Cedric,


    das liegt dann sicherlich am Licht. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten (Weißlicht, Quecksilberdampf, ...)! Da solltest du dich mal reintigern und das Beste für dich herausfinden. Ich muss etwas schmunzeln, wenn ich an meinen ersten Versuch zurückdenke. Ich hatte zwar die richtige Röhre mit Klemmen für den Trockenakku, aber das falsche Licht ... so flog in einem an sich gutem Biotop kaum etwas an.

    Da solltest du mal etwas investieren. Den Turm kannst du dir immer selbst irgendwie zusammenbasteln und wenn du Glück hast kannst du dir die Akkus auch so besorgen.

    Ich selbst werde wohl auch wieder etwas investieren müssen, da es nächstes Jahr verstärkt in die Berge geht, wo ich etwas zum Aufstellen brauche ...

    Aber du wirst das schon machen ... nur nicht entmutigen lassen!


    Lg


    Leo

  • Geht nix über einen Generator. Momentan immer noch das beste Gerät für Entomologen ist der Honda EU10.

    Natürlich gibt es auch billigere Geräte... Aber nach einigen frustrierenden Erlebnissen mit Billigheimern bin ich nicht umsonst immer wieder zu Honda zurückgekehrt.. Hier sollte man nicht zu knauserig sein.

    Aber egal welches Gerät man wählt - NIEMALS eines ohne Invertertechnologie!!!

    Der andernfalls nur grob zerhackte und transformierte Strom erzeugt oft die prächtigsten Stroboskopeffekte bzw. bekommt empfindlicher Lampenelektronik überhaupt nicht.


    Wenn man weniger leistungsstarke Lichtquellen nutzen will, dann ist ein Spannungswandler zum Anschluß an das Stromnetz des Autos durchaus eine Option...

  • Arbeite seit Jahren im In- und Ausland mit Lithium-Akkus (10-20 Ampere) und LED-Lampen.

    Preise für Akkus z.T. unter 10 € und für LED-Lampen (220 Volt) unter 50 € (Omnilux-Schwarzlicht).

    Stromwandler für Akku/Autobatterie ca. 30 €.

    Anflug von Weibchen stärker als bei 160 Watt Mischlicht.

    Leise, stört weder eigenes noch Umweltbefinden, wurde bisher überall akzepiert.

    Leicht zu transportieren und flugtauglich. .

    Alles zusammen für 220 Volt, Autobatterie, mit 2 Akkus im Angebot unter 100 €


    Es gibt keine schlechten Zeiten, nur schlechte Ausrüstung und zu wenig Geduld.

  • Hallo,


    erstmal vielen Dank für eure Hilfe!


    Policeman Ich habe mir dein Equipment, welches du bereits in einem anderen Beitrag gepostet hast nochmal angeschaut. Mit der Lampe und ein Kappel mit passenden Aufsatz

    hatte ich kein Problem. Allerdings komme ich mit den Akkus und dem Stromwandler nicht richtig zurecht. :hilfe:

    Ich würde mich freuen, wenn du mir bei gegebener Zeit einen Link zukommen lassen könntest.


    Hier der Link zur Lampe:


    https://www.amazon.de/Omnilux-…+Uv&qid=1628779265&sr=8-3


    Viele Grüße Cedric

  • Hi,


    ich habe mich nochmal weiter informiert und mich dazu entschlossen mir dieses Equipment zuzulegen. Durch Amazon kam alles viel früher an, als gedacht, sodass ich noch gestern Abend einen Versuch wagen wollte.


    Geleuchtet habe ich von 21:00-00:00, leider kürzer als gedacht.

    Es kam im Vergleich zu meinen letzten Versuchen sehr viel angeflogen. Allerdings leider keine Schwärmer. Ich war trotzdem fasziniert!


    Hier eine sehr kurze Liste an Faltern, die ich sofort bestimmt habe. Für den Rest benötige ich wohl etwas mehr Zeit.


    Pseudoips prasinana

    Noctua pronuba

    Colostygia pectinataria

    Yponomeuta spec.

    Eilema complana

    Selenia tetralunaria



    Mein Favorit des Tages:

    Thyatira batis


    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!


    Viele Grüße Cedric

  • Und, wie sieht euer Resümée für dieses Jahr aus?
    Ich fand es wirklich top. Hat gehalten was es schon im Frühsommer versprochen hat :dafür:


    Abgesehen davon würde mich mal interessieren, ob hier noch jemand Vollerhebungen durchführt und nicht nur die wenigen interessanten Arten am Tuch notiert. Genau genommen würde mich mal interessieren, wie viele Arten (Macrolepidoptera) ihr hierbei in einem Jahr in einem Gebiet so nachweist. Aber bitte keine Jäger-Angaben! Ein Vergleich der unterschiedlichen Zahlen wäre doch sehr interessant für die Einordnung des jeweiligen Gebietes...bin ich nun mit meinen 100 Arten schon gut dabei - oder sind meine 300 eigtl. viel zu wenig im Vergleich zu anderen?

    Also ich kann für dieses Jahr bspw. bei 6 Begehungen in Hannover 160 Arten berichten. Bei 8 Begehungen in Göttingen komme ich jedoch schon auf 260 Arten. Das ist dann schon ein Unterschied. Wenn ich jedoch auf ein FFH-Gebiet in Hildesheim letztes Jahr zurück blicke, lag ich trotzdem schon mit beiden Kartierungen weit über den knapp 100 Arten von letztem Jahr (gleiches Licht, vergleichbare Bedingungen). Ich würde mich aber mal aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass dieses Jahr wohl an den meisten Stellen (zumindest hier oben im Norden) mehr Arten kamen als im letzten Jahr...

    Grundsätzlich würde ich bei gegebenem Aufwand die 200er Marke schon als überdurchschnittlich gut betrachten. So zwischen 150-200 Arten würde ich die Einstufung als eher durchschnittlich bis gut treffen. Wie sehen eure Meinungen dazu aus?

    (Anmerkung zur Relation: in Deutschland leben etwa 1.160 Nachtfalterarten)


    Mein Highlight für Hannover bleibt der Rauschbeerspanner :freudentanz:

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  • Hallo Toni,


    leider gehöre ich wohl zu jenen, die nicht alles notifizieren, was an Türme und Köder kommt. Da meine Biotope sehr weit gestreut und unterschiedlich sind, wäre es für mich auch nicht möglich dies für 1 Biotop zu tun. Ich fahre also gezielt hin um bestimmte Arten zu suchen.


    Allgemein zum heurigen Jahr kann ich nur sagen, dass viele Arten gar nicht oder kaum flogen, andere wenige in Massen auftraten. Durch das verrückte Wetter (zumindest hier in Österreich) kann man aber keine genauen Vergleiche ziehen.


    Was bei uns in Österreich zu beobachten ist, ist dass immer wieder neue wärmeliebenden Arten verstärkt auch in Oberösterreich auftreten. Man kann eindeutig einen Trend erkennen, dass sich die Klimaänderung auf diese Arten positiv auswirkt (podalirius, algira, alchymista, ...) und sie sich zum Westen hin ausbreiten.


    Deine Zahlen halten ich nicht für sehr hoch. Wenn ich an meine Anfangsjahre in meiner Heimat denke, wo ich immer in einem Gebiet war, waren 300 Arten keine Seltenheit. Mein Rekord an einem Abend waren 150 Arten in einem sehr interessanten Biotop Anfang Juli. Da hatte ich Gott sei Danke einen professionellen Freund mit, der dann die Liste schrieb.


    Im Großen und Ganzen war auch ich sehr zufrieden. Ich bin einfach froh ein Hobby zu haben, welches man meistens auch in diesen Zeiten ausüben kann. Ich habe neue Biotope entdeckt, neue interessante Menschen kennengelernt und bereits wieder viele Ziele für nächstes Jahr!


    Übrigens ... um deinen Rauschbeerspanner beneide ich dich ... ;(;):thumbup:


    Gruß Leo

  • Grüße,


    also ich hatte bis jetzt 212 Arten in meinem Landkreis gesehen bzw. am Licht und Köder. Letztes Jahr, das war das Beste bisher, waren es 229 Arten. Es ist aber dieses Jahr noch was drin, die Spätherbstarten, bzw. Frühwinterarten kommen ja noch.

    Ich konnte als Highlight mehrere Arten verbuchen.

    Zum Einen bei einer Begehung Phengaris nausithous, zum ersten Mal hier im Landkreis und dann gleich mehrere Falter, am selben Tag Hyles euphorbiae Raupen, auch zum ersten Mal.

    Absolute Krönungen waren Callovistria juventina, hört sich im ersten Moment nicht so spektakulär an, ist aber hier in Bayern RL 0, also ausgestorben/verschollen.

    Und ebenso Top war ein Fund von Lithophane semibrunnea, RL 1. Letzter offizielle Fund in meiner Gegend war 2006.

    Einige weitere RL Arten hatte ich auch noch gesichtet und 2 Noctua interposita, auch hier liegt der letzte offizielle Fund ca. 15 Jahre zurück in meiner Gegend.

    Weiterhin hatte ich so einige Arten, die ich hier noch nie fand.

    Im Großen und Ganzen ein sehr gutes Jahr. Wie Leo schon schrieb hatte ich hier auch ein völlig anderes Bild als die letzten Jahre. Einige Arten die eher selten sind waren in großer Anzahl zu finden, andere die sonst häufig sind, waren wenig oder gar nicht da.

    Bestes Beispiel Agrotis segetum. Die sind hier üblicherweise extrem häufig. In manchen Nächten 40 und mehr Falter am Licht. Dieses Jahr insgesamt 2!!

    Ich notiere seit über 10 Jahren alle Funde hier im Landkreis und habe mir Excel Tabellen gemacht, so kann ich recht schön vergleichen was wann passiert. Dieses Jahr war schon anders als die letzten 10 Jahre. Aber das macht das Ganze ja so interessant.


    Grüße, Heiko

  • Man kann eindeutig einen Trend erkennen, dass sich die Klimaänderung auf diese Arten positiv auswirkt

    Absolut, das würde ich auch sagen. In Hannover hatte ich auch einige Arten dabei, die quasi neu für Niedersachsen sind und bisher auch in der niedersächsischen Checkliste noch nicht erwähnt wurden. Ein Beispiel wäre Polyphaenis sericata. Eublemma purpurina habe ich ja mittlerweile auch überall.

    Wenn ich an meine Anfangsjahre in meiner Heimat denke, wo ich immer in einem Gebiet war, waren 300 Arten keine Seltenheit

    Naja, man sollte aber schon auch realistisch sein und die aktuellen Bedingungen zugrunde legen. Ich vermute auch, dass vor einigen Jahren noch einige Tiere mehr kamen (wobei ich sagen würde, dass es früher (dabei rede ich nicht von vor 2000) vllt einfach mehr Masse war - an Arten vllt gar nichtmal unbedingt... Zumindest wäre es bei Tagfaltern meist so) .

    Allerdings habe ich auch nur 6 bzw. 8 Abende geleuchtet - das muss man ja auch sehen.

    Mein Rekord an einem Abend waren 150 Arten in einem sehr interessanten Biotop Anfang Juli

    Das ist dann schon wirklich sehr gut -top :thumbup:

    Letztes Jahr, das war das Beste bisher, waren es 229 Arten.

    Spannend. Letztes Jahr hätte ich al eines der schlechtesten zugeordnet ^^ So unterschiedlich kann es sein...

    Aber da hättest du ja auch echt schöne Erfolge. Juventina ist ja auch einfach wunderschön - die könnte eine Massenart sein und wäre immernoch was besonderes :applaus:

    Aber zu den Verteilung, das stimmt schon. Ich hatte dieses Jahr irgendwie sehr wenig Bären. Nur 3 caja, Zimtbären, die ja sonst den Turm überfluten, auch eher zurückhaltend. Spilosoma ebenfalls...

  • Also es ist da sehr schwer vergleichbare Ergebnisse zu haben. Man sollte ja von Gesamtartenzahl eines Gebiets reden und da ist natürlich die Frage wie sicher man das meiste überhaupt erwischt. Ich hab z.B. oft das Problem das mit Fallen Spanner sehr unterrepräsentiert werden weil die da kaum reingehen. Bei mir direkt im Ort habe ich jetzt über das ganze Jahr verteilt etwas unter 100 Arten, was für mitten in der Stadt wahrscheinlich nicht übel ist. In dichter bebauten Städten wird diese Zahl wahrscheinlich ins vernachlässigbare sinken. In einem wirklich guten Trockenrasengebiet des Taubertals,wo ich an einem Projekt mitarbeiten konnte, hatten wir bei 3 Lichtfängen über das Jahr verteilt etwas über 200 Arten, sodass man vielleicht eine Gesamtartenzahl von knapp 300 schätzen könnte. Das ist nicht schlecht, aber für solche Topgebiete kommt mir das doch etwas mager vor. Also in meiner Erfahrung sind über 100 Arten an einem Abend in der Hauptzeit der Vegetationsperiode schon gut bis sehr gut. Man muss aber auch berücksichtigen das im Bezug auf die Gesamtartenzahl die Frühjahrs- und Herbstmonate eventuell unterrepräsentiert werden. Da fliegen zwar weniger Arten, aber durchaus viele wertgebende Arten. Insofern ist es schwer das auf eine Gesamtartenzahl zu übertragen. Ich würde mal schätzen dass die meisten Gebiete vielleicht an den 300 kratzen und alles darüber schon wirklich gut ist. Das ist jetzt aber nur sehr schlecht geschätzt, ohne wirklich Zahlen überprüft zu haben.

    Ich würde auch bestätigen, dass sehr offensichtlich mediterrane Arten bzw. xerothermophile Arten profitieren und an Häufigkeit zunehmen (das gilt natürlich nicht für Spezialisten). Die schon genannte Dysgonia algira ist zum Beispiel in der Rheinebene mittlerweile verbreitet, wo sie vor vielleicht 10 Jahren noch ein eher seltener Herbstzuwanderer war. Arten der kühl-feuchten Mittelgebirge leiden hingegen in meinem subjektiven Befinden und treten zunehmend seltener auf.


    Grüße Dennis

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