Aussterben

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  • Es stirbt genug Kleinkram aus. Das bekommst du nur nicht mit, weil sie für viele uninteressant und unauffällig sind. Sie simd halt nichts besondered für den normalen Bürger. Einfach mal ein bisschen googlen und du findest dann viele ausgestorbene.


    Mit freundlichen Grüßen

    Finn Küchenmeister

  • Das Problem dabei ist, dass man (wenn überhaupt) die einzelnen Arten schützt, aber NICHT deren Biotop. Da gehen immer wirtschatliche Interessen drüber.


    Ich starte dann auch wieder in die Pampa ... um nach etwas Kleinkram zu sehen.


    Nur die großen, schönen Falter zu beachten ist etwas oberflächlich. Interessant wird es erst, wenn man auch "ins Detail" geht. Da kann man viel mehr lernen, als wenn man nur die bekannten Arten sucht. Die kennt ohnehin fast jeder ...

  • Ich habe viele alte "Lokalfaunen", das sind Bücher, in denen steht, was "damals" z.B. in Regensburg geflogen ist

    und auch einige Häufigkeitsangaben.

    Vor ca. 100 Jahren wurde der Bahnhof von Regensburg elektrifiziert, das heißt, es wurde eine Elektrobeleuchtung

    angebracht. Der Sammler schrieb: "Ich habe von den Arctia hebe (=festiva) nur die GELBEN herausgesucht, die anderen

    sitzengelassen. Ich sammle selbst schon fast 60 Jahre dort. A. hebe war zu dieser Zeit dort schon ausgestorben.

    Wenn sich nichts ändert, werden in weiteren "Jahrzehnten" fast alle Arten ausgestorben sein.

    Es bemerkt bloß niemand, weil fast niemand mehr Schmetterlinge kennt.

    Ich kenne nur sehr wenige Nichtentomologen die mehr als 10 Arten sicher bestimmen können.

    Der einfache Test - welche Farbe hat ein weiblicher Zitroenfalter und welche Pflanze frißt seine Raupe.

    Mach den Test mit deinen Freunden, Familienangehörigen ....

    Viel Spaß

    Manfred

  • Ich kenne nur sehr wenige Nichtentomologen die mehr als 10 Arten sicher bestimmen können.

    10 Arten, Wow =O... Das ist ja ne' Riesenmenge. Ich bin ja schon froh wenn die Zitronenfaltrt, geschweigedenn (Tag)pfauenauge kennen. Maximal noch den Schwalbenschwanz. Aber MAXIMAL. Aber nicht zu vergessen ist die uns jedem bekannte "Motte". Die dürfte man auch kennen :ironie: Obwohl, die können wir auch weglassen, da das tausende Arten sind, was als Motte bezeichnet wird. Wenn wir dann noch den Kohlweißling dazu nehmen, oho, dann haben wir ja nen richtigen Naturexperten.

    Nahrungspflanzen lassen wir ja mal außer Acht. Interessiert eh niemanden und außerdem fressen die warscheinlich sowieso überall dran :ironie:. Also wenn ich jemanden sehen würde, der mir 5 Arten sicher bestimmen kann, dann gibt es einen Applaus. 👏:daumenja:.


    Oh und ich liebe es übrigens wenn ich in Bio Vorträge halten muss und es so komplex mache und alles mit lateinischen Namen vollpumpe. Ich genieße es zu sehen wie bei denen brain.exe abstürzt und sie nicht mehr zuhören weil sie nur saufen, rauchen und kiffen. Dann kann ich mich einmal Übelergen fühlen 8o8). Bin aber bald draußen und dann kann ich sie nicht mehr damit Gehirnweich machen. Ist vielleicht auch besser so. Muss man nicht immer denken wie das jemals was werden soll in Zukunft.


    Meine Freunde und Familie nerve ich schon so sehr mit Schmetterlingskram die wissen sowas schon auswendig:rolleyes:

    Und das kenn ich auch. Das Gute bei mir ist aber, das mir meine Nachbarn und Verwandten dabei helfen 8o. Manchmal kommen da bei meiner Familie aber so Stimmungsschwankungen auf, was alles irgendwie wieder umschmeißt was sie vorher gesagt haben. Meist ist es mir jedoch egal umd ich mach trotzdem weiter.


    Und übrigens, das mit den 5 Arten oben war mein vollkommener Ernst!


    Mit freundlichen Grüßen

    Finn Küchenmeister

  • Als ich vor 15 Jahren anfing, hatte ich auch nicht viel Ahnung und das Verständnis in meiner Umgebung war sehr begrenzt ...

    Man kann nur lernen! Gleich interessierte kennenlernen, neue Gebiete erkunden, neue Arten in das Sortiment aufnehmen, ... Ich hätte mich nur so richtig auf die eupithecien eingelassen, hatte ich nicht einen Profi kennengelernt.

    So baut man sich ein immer größeres Feld auf (Insekten, Biotope, Menschen, Literatur, ...) Und es wird immer interessanter. Wenn du dann viele Tiere in die Natur zurück bringen kannst, ist das ein tolles Gefühl 🦋👍

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  • Liebes Forum das mit dem Aussterben ist nicht nur in unseren Breiten vorhanden. Ich bin 1997 auf die Seychellen gereist da ich die Raritäten 2 Sphingidae Arten Nephele leighi und Macroglossum allaudi sammeln wollte. Es war ein Weihnachtsgeschenk die Reise. Was ich bei meiner ersten Leuchtnacht fest stellte das dort Tenrecs aus Madagaskar eingeschleppt wurden - als Fleischlieferant für die arme Befölkerung. Die Tenrec schauen aus wie Igel und haben das gleiche Beuteziel. In 2 Stunden sah ich 4 verschieden "Große Tenrecs". Ein Großer Tenrec kann bis zu 30 Jungtiere gebären mit einen Wurf. Das habe ich mal im Guiness Buch der Rekorde gelesen. Die erste Insel Mahe ist 24 km lang und bis 900 m Hoch. Die Tenrec sind eine ökologische Katastrophe. Die Wälder auf den Seychellen sind relikte der Prähistorischen Wälder von Gondwanaland und haben 160 MIlllionen Jahren die Fauna mit Top Raritäten überdauert. Diese neue menschengemachte Katastrophe nun nicht mehr. Auch wenn ich in den 3 Wochen keinen Sphingidae sammeln konnte so sah ich den Riesengecko Ayloronyx trachygaster auf der Insel Praslin. Von dieser Art war nur der Typus bekannt und die Art wurde 1851 beschrieben und seit dem galt die Art als Verschollen. Bestimmt hat mir das Tier der Seychellen Spezialist Justin Gerlach aus Cambridge. Das war eine kleine Entschädigung.

    Soweit mein Beitrag zu dem Thema - Grüße Michi

  • Also Sphingidae77 , ich finde es immer wieder so faszinierend was du bisher alles entdeckt hast. Ich interessiere mich auch sehr für Schwärmer und es ist einfach beeindruckend jedesmal deine Geschichten zu lesen. Wirklich interessant. :daumenja:


    Mit freundlichen Grüßen

    Finn Küchenmeister

    Lieber Finn als ich so alt war wie Du da sammelte ich noch zu Hause in Bayern. Mit 20 Jahren reiste ich das erste Mal nach Madagaskar. Es war ein KIndheitstraum für mich wie Mowgli aus dem Dschungelbuch im Regenwald zu schlendern. Meine Mama war alleinerziehend mit 5 Kindern. Ich erfüllte mir diesen Traum alleine in Madagaskar und es sollten 2 bzw 4 Jahre später auch wieder dieses Land Madagaskar als Reisen folgen. Bei der ersten Reise fand ich die Raupe von Panogena jasmini die 30 Jahre später erst beschrieben wurde durch meine Beobachtung von 1984. Damals fand ich in der Entomogischen Zeitschrift die Raupe Panogena lingens, in eine Artikel von Bostjan D. . Ich schrieb dann Bostjan an und erzählte von meiner Raupe. Ich schickte die Raupe zu Bostjan und er war fasziniert von meinen Foto. Es gibt nur 2 Panogena Arten auf Madagaskar. 1988 sammelte ich einen Paratpyus von Daphnis kitchingi in Ranomafana heute NP. Auf allen 3 Reisen von dieser beeindruckenden Insel sammelte ich 30 verschiedene Arten in allen 4 Endemischen Gattungen. Dieser Anfang war der Grundstock meiner ersten Sphingidae (Schwärmer) Sammlung. Seit März 2010 ist diese Sammlung nun Im Natural History Museum in London, die ich im Frühjahr 2004 verkaufte an Jean Marie Cadiou. Auch meine Zweite Sammlung kommt ins NHM nach London nach meinen Ableben. Ich will meine Sammlung zusammen bringen.


    Du kannst noch viel erreichen in deinen Entomologen Leben. Las Dich nicht von deinen Kurs abbringen. Vielleicht kannst Du ja auch mit 20 auf Fernreise gehen - ich würde mich sehr freuen wenn Du die anderen Actias Mitglieder mit deinen Reise Bericht begeistern könntest. . Ich kenne Floran B. aus Karlsruhe der war mit 18 Jahren alleine im Regenwald in Venezuela und heute studiert er Agrarwirtschaft.


    Grüße Michi

  • Schön das man hier mit so netten Profis zu tun hat die einen gleichzeitig ermutigen. Da habe ich mich ja für das richtige Hobby entschieden ^^. Du, Andreas, Rudi, Toni Kasiske, Policeman, bellargus, Luckyluke und viele weitere (nicht böse nehmen wenn ich euch nicht erwähnt habe, fühlt euch einfach angesprochen) seit wirklich sehr kompetent und (meist) sehr freundlich und hilfsbereit. Das muss man euch einfach mal anerkennen. Leute mit anderen Interessengruppen haben warscheinlich nicht so eine Ansammlung von Profis auf "kleinem" Raum. Sorry das ich jetzt "schleime", aber euch macht niemand mal ein Kompliment. Ich hasse und verabscheue zwar Menschen, aber ihr seit alle wirklich tolle Personen. Schön das ihr eure Erfahrungen weitergebt, es gibt nicht viele solcher Leute. :daumenja:

    So, das reicht jetzt auch erstmal mit Nettigkeiten. Sonst bekomme ich hier noch den Ruf "Einschleimer" oder sonstiges weil ich mal nett war. 8o Aber ehrlich, ihr habt euch mehr als nur ein Lob verdient.


    Mit freundlichen Grüßen

    Finn Küchenmeister

  • https://www.exotic-insects.com
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  • Ich hab das hier nur gerade so überflogen, aber... ab und an hört man doch gerne mal, dass das was man macht nicht ganz daneben ist, also danke ;) Ich empfinde das auch nicht als Schleimen. Negative Kommentare gibt's genug, etwas Positives kanns ja auch mal geben. Ich freue mich immer wenn es Nachwuchs gibt (auch wenn ich selber irgendwo dazu zähle). Das Hauptproblem ist wirklich, dass sich zu wenige Leute für die Natur interessieren und jeder der sich damit beschäftigt trägt dazu bei das ganze etwas zu verbessern. Das erinnert mich immer wieder daran warum ich hier aktiv bin, weil ich denke wir sind nur als Gemeinschaft stark und je mehr Leute sich gewinnen lassen desto besser. Vor allem die jungen Generationen sind da natürlich extrem wichtig.


    Warum sterben eigenrtlich nur die großen schönenFalter aus und nicht der ganze Kleinkram der (keine Frage) auch interessant sein kann und auch ist oder ist es nur so das man das Aussterben der kleineren Falter einfach nicht bemerkt?

    Dazu kann ich nur sagen definitiv zweiteres. Sieht man ja auch hier im Forum. Wenn man in die Börse schaut, was wird da so angeboten? (gut zugegebenermaßen liegt das auch daran wie einfach oder schwer bestimmte Sachen zu züchten sind, aber nicht nur). Ich persönlich habe auch tropische Arten aus meinem Schwerpunkt ausgenommen, weil ich da das Gefühl habe das geht in die selbe Richtung nur "die großen schönen Arten" zu machen. Soll jetzt niemanden schlecht machen der sich mit tropsichen Sachen beschäftigt. Es mag ebenso sinnvoll sein dafür nur eine Gruppe über die ganze Welt zu machen (wie z.B. Michi mit den Sphingidae) und auch in den Tropen gibt es Arten abseits der ausgetretenen Pfade.

    Für den Anfang ist das sicher normal, dass man erstmal nur die "schönen" Sachen machen will und das trägt ja oft nicht unerheblich dazu bei, dass man für das Thema angefixt wird. Irgendwenn kommt das dann von selbst, dass man erkennt wieviel abseits davon noch existiert. Manche Sachen sind vielleicht nicht "schön", aber dafür interessant im Verhalten oder der Lebensweise.

    Das Gefühl, das nur die großen, tollen Sachen selten sind vermittelt auch der Gesetzgeber, der mit genau der Strategie nur eben jene Arten zu schützen, versucht uns als Entomologen (überspitzt gesagt) auszuschalten. Es gibt aber super viele sehr seltene Arten die wahrscheinlich kaum einer kennt. Beispiel: Cyclophora lennigiaria, gibt es in Deutschland nur noch im Mittelheintal. Ist auch gar nicht so häßlich. Trotzdem nicht geschützt. Stattdessen der Schwalbenschwanz. Gibt's überall. Schon in der Innenstadt von Frankfurt gesehen.


    Grüße Dennis

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