Ein Hallo in die Runde.

    Ich habe einmal eine Frage an Euch und vielleicht habt ihr ein paar Tipps?

    Ich habe derzeit Raupen von A. matronula in Zucht. Eigentlich soll die Überwinterung im 4. Stadium stattfinden

    Da bei meinen Raupen aber Stadien anscheinend bereits im 5. Sind, bin ich unsicher, was nun zu tun ist.

    Müssen diese dann durchgetrieben werden, oder überwintern diese dann im 5. Larvenstadium? Können sie das überhaupt?

    Das manche Raupen bereits soweit sind, lag wohl am warmen Wetter, in den letzten Wochen.

    Hat jemand Erfahrungen, oder weiß jemand etwas darüber? Ich freue mich auf jeden Hinweis.

    LG
    André 😊

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    Hallo André,


    hast du die Raupen innen oder draussen?

    Meiner Erfahrung nach geht A. matronula bei Haltung in Innenräumen und ohne Temperaturabsenkung bei Nacht bis zum Herbst / Winter bis ins letzte Larvenstadium schon im ersten Jahr. Also anders wie bei A. caja, hier können einzelne Individuen in die Diapause gehen.

    Nur bei konsequenter Haltung draussen von Anfang an und zusätzlichen Anpassungen der äußeren Bedingungen (zB bei sehr heissen Perioden etc.) kann es gelingen, den natürlichen Zyklus von zwei Jahren zu erreichen.


    Ohne jegliche Erfahrung mit matronula empfehle ich nicht die zweimalige Überwinterung dieser Art.


    Ich würde sie an deiner Stelle gut füttern (unterschiedliche Pflanzen anbieten - sie haben unterschiedliche Präferenzen in den einzelnen Larvenstadien). Unbedingt Versteckmöglichkeiten anbieten: leere Klopapierrollen, geknülltes Papier etc., das fördert die Entwicklung, da die Art nur nachts isst und sich tagsüber versteckt. Die Raupen eher dunkel halten kann auch helfen. Sprich: ich würde versuchen sie bis zum Jahresende ins letzte Stadium zu kriegen.


    Im Frühjahr unbedingt Wasserprozedur. Ich persönlich mag das oft beschriebene Wasserbad nicht. Es gibt andere Möglichkeiten, die die Raupen weniger stressen. Gerne im Frühjahr nachfragen, sollten es deine Raupen schaffen. Falls grundsätzliches Interesse besteht, nehme ich mir jedoch auch jetzt die Zeit um zu beschreiben, wie ich matronula ins Frühjahr und zur Verpuppung begleite.


    Viel Erfolg!


    Alles Liebe, Natalia

    Matronula mit nur einer Überwinterung sollte gut funktionieren. Durchziehen bis sie das Fressen einstellen. Dann ab in den Kühlschrank.

    Das Problem ist immer das Frühjahr, dann müssen sie unbedingt noch einmal fressen vor der Verpuppung. Bei mir haben sie das oft verweigert, sind einfach verhungert. Nur ein paar Mal hatte ich einzelne Falter, immer ohne Chance auf Nachzucht. Sehr frustrierend. Trotzdem würd ich es weiter versuchen. Beim nächsten Mal klappt es!

    Zweimal überwintern funktioniert nicht.

    Futter ausschließlich Löwenzahn, wird ausgiebig gefressen. Klopapierrolle wird gerne angenommen. Sauber halten.

    Grüße

    Arnd

    Hallo Arnd,

    ja, das Frühjahr kann heikel sein. Allerdings muss ich dir widersprechen, meiner Erfahrung nach ist eine Futteraufnahme im Frühjahr nicht essenziell. Einige wenige knabbern vielleicht etwas. Jedoch habe ich die Vermutung, dass es bei den wenigen Individuen eher darum geht, den Darm dadurch zusätzlich zu reinigen und nicht um Nahrungsaufnahme. Dafür machen es zu wenige Raupen und auch dann nur winzige Mengen. Essenziell ist jedoch die Wasseraufnahme. Dadurch kann alter, trockener Kot ausgeschieden werden. Steigende Feuchtigkeit mit steigender Temperatur scheinen die zwei Haupttrigger zu sein, dass die Art sich überhaupt verpuppt. Ohne versterben die Raupen. Dafür sollten 3 - 4 Wochen an Zeit eingerechnet werden. Etwas zeitaufwändig, auch die Einzelhaltung in dieser Zeit ist aufwendig, jedoch wichtig.

    Am schwierigsten ist es mMn Paarungen und fertile Eier zu erzielen. Dafür würde ich eine Vielzahl an Pflanzen füttern und auch darauf achten, welche bevorzugt werden. Wie gesagt, die Präferenzen können sich innerhalb kurzer Zeit ändern. Es scheint eine Verbindung zwischen eingelagerter Toxine der Imago und Paarungserfolg zu geben. Alleine deshalb würde ich nicht nur Löwenzahn geben, aber auch, da dies eine nitrophile Pflanze ist. Der hohe Stickstoffgehalt kann sich negativ auswirken.

    Und die zweimalige Überwinterung würde ich definitiv nicht empfehlen - gleichzeitig denke ich, dass sie theoretisch funktioniert. Sicher sagen kann ich es eventuell kommendes Frühjahr :winking_face:

    Alles Liebe, Natalia

    Hallo Natalia, hallo Arnd,

    danke für eure Beiträge. Ich wollte eigentlich die Variante mit 2x überwintern durchführen. Dazu habe ich die Raupen unter ein Carport gehalten. Das Carport ist jedoch ein recht großes und auch die Decke ist recht hoch (bestimmt 4 m). Aber höchstwahrscheinlich ist die Nachtabsenkung in den letzten Wochen nicht ausreichend gewesen, so das die Raupen nun verschieden groß sind. Nach wie vor halte ich sie draußen. Ich werde wohl 2 gleisig 'fahren'. Die 'großen' Raupen per Treibzucht durch den Winter bringen und den anderen Teil 2x überwintern lassen.

    Werner hat ja einen alten Thread aufgefrischt, der ebenfalls die Zucht von matronula betrifft und ich auch Beiträge hatte. (Danke an der Stelle, Werner (ich hoffe Du liest es?)

    Auch ich kann bestätigen, dass die Art nicht generell im Frühling des 2. Jahres frisst. Ich hatte es den Tieren angeboten und ein paar hatten auch daran geknabbert. Aber das diente eher nicht zur Nahrungsaufnahme, dazu war es zu wenig. Vielleicht fehlte den Raupen noch Feuchtigkeit um den Darm zu reinigen.

    Ich habe gelesen, das die Fertilität leiden könnte (bei der Treibzucht), daher wollte ich den Weg der 2 Jahre gehen.

    Meine Raupen fressen gerne an Löwenzahn, Esche und Schlehe. Hasel und Weide nehmen sie nicht an.

    Darüber hinaus sollen sie ja noch viel mehr Pflanzen annehmen, dass könnte ich noch versuchen. Knapp mit der Zucht könnte es im Herbst werden, wenn diese Pflanzen nicht mehr verfügbar sein werden. Notfalls fressen sie Lorbeerkirsche, aber da bin ich mir nicht sicher, ob das länger eine gute Idee ist.

    LG

    André

    Hallo,

    Meine fressen gerade sehr gerne Walnuss- und Holunderblätter, Pfaffenhütchen ist auch noch bei den Favoriten.:winking_face: Ich lege ab und zu spontan etwas neues rein und schau mal was geschied, Brombeere war mit Löwenzahn bei meinen das beste Jungraupenfutter.

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    Ich füttere sie bis jetzt ausschließlich an Brombeere. Löwenzahn ist mir zu matschig, Schlehe, Esche und co. gibt es nicht mehr sehr lange. Kirschlorbeer weiß ich nicht, ich finde die Blätter zu hart.

    Interessant, ich habe auch festgestellt dass wenn ich Blätter neuen Pflanzenarten anbiete solche die sie zuvor gerne frassen nicht mehr so toll finden. Ich gebe meisens drei verschiedene Futter gleichzeitig zur Auswahl was ich denke in der Natur auch möglich wäre in der engeren Umgebung. Ab einem gewissen Zeitpunkt gibt es da auch nicht mehr viel zu fressen ausser Löwenzahn und Brombeeren vielleicht und wenn es zu kalt wird verkriechen sich die Raupen und stellen die Nahrungsaufnahme ganz ein. Bislang konnte ich bei mir nicht beobachten das an warmen Dezember-Januar Tagen plötzlich Raupen zu sehen waren.

    Ab mitte Oktober stelle ich meine Raupen im Überwinterungs IKEA-Wäschekorb nach draussen ins Freie (Garten) und stelle nur noch solange Futter dazu bis sie alle verborgenen bleiben.

    Hallo André, hallo Uwe,

    danke, ich denke, ich versuche Holunder und Brombeere zur Ergänzung. Bei den beiden komme ich recht gut dran.

    @Uwe: Meine hatten im November Kirschloorbeer gut gefressen, trotz der harten Blätter. Die Raupen hatten sie in einem guten Tempo gefressen. Ich hatte aber auch nichts anderes greifbar.

    Sind denn die Raupen immer im 4. Kleid, bei der ersten Überwinterung, oder gelingt es ihnen auch noch im 5.? Wisst Ihr das?

    Unsere Beobachtungen decken sich stark, André. Löwenzahn und Himbeere ist in L1 / L2 perfekt. Himbeere gebe ich immer wieder, da ich da einfach gut rankomme. Wird aber aktuell nicht gerne gegessen. Brombeere mögen sie nicht. Was auch bei mir sehr gut genommen wird, ist Walnuss, Pfaffenhütchen, Esche. Heckenkirsche ist ein Dauerrenner. Phasenweise wird Prunus serotina und Götterbaum sehr gerne genommen. Hasel ist beliebt als Versteckmöglichkeit, da sich die Blätter einrollen beim trocken werden, jedoch weniger als Futter. Vogelbeere, Kirsche, Holunder geht manchmal und eine Handvoll von allem, was auf der Wiese wächst biete ich ebenfalls an.


    Zum Larvenstadium und Überwinterung:

    Getrieben müssen sie voll ausgewachsen vor dem Winter sein. Interessanterweise konnte ich feststellen, dass bei etwas kühlerer Haltung im Spätherbst nochmal ein Fressschub kommen kann. Deshalb würde ich sie nicht schlagartig von Zimmertemperatur in Winterkälte bringen. Sondern abgestuft.

    Ich denke, ein zu weites Larvenstadium im ersten Winter wäre fatal, wenn du sie auf 2 Jahre planst. Kannst du ein Foto teilen wie sie aktuell aussehen? Dann kann ich es abgleichen. Denn wenn ich mich richtig erinnere, macht matronula 6 Larvenstadien und dann bringt dir L4 / L5 als Aussage wenig.

    Übrigens können die Falter Flüssigkeit aufnehmen - leichtes Ansprühen des Netzkäfigs kann helfen.

    Moin,

    ihr solltet bedenken, dass Brombeere nicht gleich Brombeere ist.

    Es gibt viele unterschiedliche Varietäten und Formen/Klone und auch Wildarten. Sie unterscheiden sich oft in der Behaarung und Bewehrung der Blätter und Triebe. Das wiederum hat Auswirkung auf die Akzeptanz als Raupenfutter.

    LG

    Rudi

    Hallo Natalia, hallo Uwe

    Danke für dein Angebot. Ich werde wahrscheinlich am Sonntag ein paar Bilder einstellen, vorher komme ich nicht dazu. (Ich hatte daran auch schon mal gedacht).

    Das die Falter durchaus etwas trinken hatte ich vor Jahren auch festgestellt. Ich habe sogar ein Bild in dieses Forum gestellt. Es steht im Thread auf #41:

    Amerett
    5. April 2011 um 22:13

    @uwe: Ich weiß auch nicht was später noch zu füttern wäre. Ich werde es mit Brombeere versuchen.

    LG

    André

    Hallo Rudi,

    danke Dir für den Hinweis. Wo Du es geschrieben hast, habe ich auch daran gedacht. Ich hatte einmal eine Brombeere, die hatte eine Vielzahl von Stacheln, gegenüber einer Art aus dem Wald.

    Bei mir hatten die Raupen auch Salat (dunkler Eichblattsalat) gefressen. Vielleicht ist das auch eine Option. Selbstangepflanzten natürlich. Aber könnte Bio Salat auch funktionieren?

    Oder ist dieser gespritzt, wäre es dann eigentlich noch BIO?

    LG

    André

    Auch Biogärtner dürfen Pflanzenschutzmittel verwenden, nur die Auswahl ist geringer.

    Die Verwendung von Bacillus thuringiensis Präparate sollte wahrscheinlich jederzeit möglich sein.

    Also wenn möglich immer die Finger von gekauften Futter lassen, auch Bio. Geht zwar meistens gut, muss aber nicht.

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