"What Insects have you just spread?" Was habt Ihr zuletzt gespannt?

    Mahlzeit zusammen.

    Vielleicht finde ich heute auch noch Zeit ein paar Bilder einzustellen, aber zuerst muss ich noch ein paar Dutzend Calliteara horsfeldii auf´s Spannbrett bringen.

    Was die Flügelstellung bei Sphingiden betrifft, sehe ich es so, wie Lucas es anführte: durch die schmalen Vorderflügel sieht es ansprechender und "natürlicher" aus, wenn die Vorderflügel etwas nach oben gezogen werden, je nachdem wie der Vorderflügelunterrand und auch der -aussenrand ausgebildet sind. Allerdings würde ich die Vorderflügel nicht so weit nach vorne bringen, wie bei dem zweiten Bild von den Hyles gallii. Das wäre mir zu viel des Guten.

    Die Höhe des Falters, wie er auf der Nadel zu "liegen" kommt, ist bei mir abhängig von der Mächtigkeit des Körpers. Ziel ist das 2/3 zu 1/3 Verhältnis. 1/3 der Nadellänge für die Finger und 2/3 der Nadelläge, um das Präparat in den Kasten tief genug einstecken zu können und auch noch die nötigen Etiketten aufnehmen zu können. Nur bei Tieren mit sehr grossen Körpern, wie Acheronita / Clanis / Langia muss man improvisieren. Da bleiben manchmal nur noch 5 mm Nadel übrig, um das Präparat "anfassen" zu können. Ansonsten müsste man umsteigen auf eine Kastenhöhe von 8 cm um dadurch auch längere Nadeln benützen zu können. Aber was macht dann der Tauschpartner, wenn er in einen regulären 6 cm hohen Kasten plötzlich ein Präparat mit einer 7 cm Nadel unterbringen muss.... :thumbs_down:

    Wenn es jemand ganz genau machen will, gibt es folgende Etikettentreppen, die auch helfen können, die Präparate alle gleichmässig auf Höhe zu bringen. Bei kleineren und mittelgrossen Specis, die ein einheitliches Erscheinungsbild aufweisen eine Überlegung wert. Ich nehm sie allerdings nicht her, da die Arten der Sphingiden zu unterschiedlich gestaltet sind.

    Z.B. siehe hier unter Etikettentreppe: http://www.ento-meier.de/content/0/58/

    @Lucas: ich finde deine Präparate sehr gut. Nur die unförmigen Vorderbeine bei dem Arctia caja stören mich. Und der Deilephila porcellus sieht nur so komisch aus, weil du eben einen 90°Winkel eingehalten hast. Ich habe mich in deinem Alter auch an diese Vorgaben gehalten, obwohl es mir eigenlich nicht gefiel. Erst in den letzten Jahren, als ich mehr und mehr unterschiedliche Präparationsformen gesehen habe, bin ich mehr und mehr davon abgerückt zu einem höher gezogenen Vorderflügel und dies nicht nur bei Sphingiden, sondern bei fast allen Lepidopteren.

    Servus

    Rudi

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    Danke für die Angaben bezügl. der Nadelung. So etwas (2/3 zu 1/3) war mir auch in Erinnerung. Ich wollte es nur noch einmal bestätigt haben.

    @ nomihoudai: Ich benütze seit einiger Zeit Spannbretter von Meier. Sie sind so beschaffen, dass das og. Verhältnis erreicht wird, wenn der Falter ganz eingesteckt wird. Auch halte ich die Bretter der Steckflächen nicht zu hart, sie riechen nur etwas streng, was, wie man mir sagte, an der verwendeten Holzart liegt.

    @ Heinz: Danke für Dein Angebot, mir einige präparierte Falter zuzuschicken. Ich will es aber nicht annehmen, da dies zu aufwändig wäre. Aber trotzdem vielen Dank!
    Ich habe nur 2 kleine Sammelgebiete: Colias weltweit und "Zerynthiinae" (Zerynthia, Archon und am Rande Sericinus).

    Gruß Jürgen

    Hallo Kolleginnen und Kollegen der Entomologie,

    ich würde mal sagen, jeder hat seine indivividuelle Spanntechnik, also lassen wir das, Du solltest dies und jenes beachten. Mit der Zeit reifen auch die Fingerfertigkeiten und die Technik verbessert sich. Man sollte aber schauen, dass man nicht zu viel Platz verschenkt, deshalb benutze ich keine Stecknadeln, sondern nur Stecknadelköpfe, die mit einer Pinzette eingestochen werden. Damit kann man viel enger stecken und selbstverständlich mehr Falter auf ein Spannbrett bringen. Hier zwei erst kürzlich geschlüpfte und gespannte Bären:

    Arctia fasciata mit einer schönen Vorderflügelmaserung

    und Rhyparioides amurensis (Tibet)

    Noch schöne Grüße
    Otmar

    Hallo Rudi,
    wie gesagt, über Geschmack und Optik lässt sich streiten. Niemand kann sagen, das dieses schöner und eleganter ist als jenes. Das ist immer noch subjektive Wahrnehmung.
    Ich bleibe aber trotzdem bei meiner Auffassung, dass es beinahe uneingeschränkt Sinn macht, wenn alle Sammler ihre Exponate gleich oder zumindest ziemlich ähnlich präparieren. Dadurch kann nicht zuletzt beim Tausch, beim Schenken oder auch beim Kauf vermieden werden, dass man darauf achten muss und sich nur dienjenigen Falter aussuchen kann, die zufällig oder vielleicht oder eventuell das eigene Spannbild aufweisen und nicht überrascht ist, dass die Neuzugänge so gar nicht in den vorhandenen Block passen.
    Also sollte man sich auf ein einheitliches Bild einigen können. Und das ist nunmal der rechte Winkel!

    Sobald ich es gelernt habe, Bilder einzustellen, und das wird mir dank der Unterstützung von Werner und Claude, hoffentlich bald gelingen (einige Fehlversuche habe ich nämlich schon hinter mich bringen müssen), werde ich mal eine Serie Schwärmer, gespannt mit der "Rechter-Winkel-Methode", fotografieren und einstellen. Dann kann man vielleicht feststellen, dass mein Beharren keine reines Bedürfnis zur Rechthaberei ist.

    Und was den D. porcellus von Lucas betrifft, so wurde dabei ganz und gar nicht der 90°Winkel eingehalten. Eigentlich hätte ich anderes zu tun, als über so eine Kleinigkeit so lange nachzubrüten. Aber das hat mich dann doch so interessiert, dass ich zum Geodreieck gegriffen habe. Und wenn mein qualitativ hochwertiges Planzeichengerät (Made in Germany) nicht lügt, dann messe ich einen Winkel von knapp über 80°. Diese ganze Messerei und die Diskussion darüber verstehe ich mittlerweile aber nur mehr als Spaß und smalltalk.

    Also, liebe Kameraden und -innen, spannt, wie ihr wollt und wie es euch gefällt. Sollte es aber mal die Gelegenheit geben, mir aus irgendwelchen Gründen gespannte Schmetterlinge zu schicken, die nicht im 90°Winkel präpariert sind, dann müsst ihr euch d'rüber im Klaren sein, dass ich solche Tiere aufweiche und nachspanne. :face_with_tongue:

    Nette Grüße
    Heinz

    Hallo noch mal! :winken:

    Nach zwei Stunden präparieren reicht es heute. Anbei die Ausbeute von gestern und heute an Calliteara horsfeldii :male + :female

    Auch hier finde ich es ästetischer und natürlicher, wenn die Vorderflügel nicht im 90° Winkel stehen:

    Hier drei Clanis undulosa gigantea. Das erste Tier mit Beinen, das zweite ohne und das dritte mit dem unentwickelten rechten Hinterflügel wieder mit Beinpräparation. Ich finde, bei dem letzten Tier können die Beine etwas die Lücke, die durch den fehlenden Hinterflügel entsteht, kompensieren. Auch kommt es mir vor, als wären die Körperproportionen fürs Auge angenehmer, wenn bei so grossen Tieren die Beine mit präpariert werden.

    anbei im Detail:

    Bei Sphingiden der Smerinthinae, mit ihren gewellten Aussenrändern und tief eingebuchteten Unterrändern fände ich eine exakte 90° Anordnung völlig deplaziert. Es liegt viel mehr Energie und Spannung im Präparat, wenn die Flügel nach vorne gezogen werden. So als wäre das Tier gerade noch am Losfliegen gewesen. Hier Paeonias excaecata und Smerinthus cerisyi.

    Oder auch Tiere, die eher unscheinbar in ihren Farben sind, erhalten mehr Spannung. Wie zum Beispiel Marumba quercus oder hier Polyptichus trillineatus:

    Größere Tiere mit eher rundlicheren Vorder- und Hinterflügeln bringe ich wieder mehr in die rechtwinklige Position. Hier Pachysphinx modesta.

    Aber insgesamt ist die Familie einfach zu unterschiedlich um sich in ein einfaches Korsett stecken zu lassen:

    Tiere von diesem Jahr von oben nach unten: Sphingonaepiopsis gorgoniades, Macroglossum sp. aus Thailand, Darapsa choerilus, Pachysphinx modesta, Paeonias excaecata, Paeonias astylus, Clanis undulosa gigantea.

    Aber letztendlich ist es immer nur die subjektive Meinung des Präparators, wie er es wohl schafft, sein Präparat optimal in Form zu bringen. Und so lange man sich nicht zu weit vom "90°-Index" entfernt, ist doch vieles möglich. Und gerade auch im Bereich der Microlepidopteren trifft man dann wieder auf ganz andere Anforderungen und Anschauungen.

    Schönen Abend noch.

    Rudi

    Servus Heinz.

    Da haben sich unsere Beiträge überschnitten. :face_with_rolling_eyes: und der Clanis titan und Acherontia atropos ist auch noch mit rein gehuscht, obwohl mir das System meldete, dass sie nicht hochgeladen wurden.

    Hm :verwirrt:

    Aber so wie es dann aussieht, kann ich dir unmöglich ein paar von meinen Süssen überlassen. Aufweichen und nachspannen: ne ne ne ne :winking_face:

    Hallo, lieber Rudi,

    sakrahaxn, jetzt hätte ich mich doch beinahe geschlagen gegeben. Denn zugegebenermaßen sehen deine Schwärmer ganz toll aus. Dann habe ich aber ein paar meiner Sammelkästen mit den Schwärmern herausgezogen und einige sehr prüfende und strenge Blicke hineingeworfen. Und da stelle ich fest, dass meine Tiere, gespannt mit dem waagrechetemn Unterrand, noch ein kleinwenig toller aussehen. :ironie: Bleibt da nur mehr der Punkt mit der einheitlichen Optik...

    Eine ausgesprochene Schwachstelle in meiner bescheidenen Sammlung sind u. a. die H. croatica. Ich durfte mir vor einiger Zeit etliche Exemplare aus einer Nachlasssammlung herausnehmen. Diese sind mit hochgezogenen Flügeln gespannt. Und dabei wurde noch dazu ziemlich übertrieben.
    Diese steckte ich zu meinen schon vorhandenen, selbst präparierten Tieren. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, zugunsten, na was schon...?

    Auch mein Block mit den A. hebe ist nicht gerade eine Augenweide. Ein Kamerad schickte mir etliche präparierte Tiere, auch mit den hochgezogenen Vorderflügeln. Ein direkter Vergleich ist also möglich.
    Auch wenn ich mir fasciata und amurensis von Otmar ansehe und diese mit meinen Tieren vergleiche, ist es für mich klar: Also, ich bleibe bei meiner Methode!


    In einem Punkt hast du mich aber gründlich missverstanden, lieber Rudi. Mein Hinweis auf das Aufweichen und Nachspannen von bereits präparierten Faltern war nicht so gemeint, dass diese Arbeit der Versender zu machen hätte, nein nein, das übernehme schon ich als event. Empfänger.
    Du sollst also nicht gehindert sein, mir "ein paar von deinen Süßen" zu überlassen. :face_with_tongue:

    Mach's gut, einen schönen Abend noch und gönne auch deinen "Spannfingern" einen ruhigen Feierabend.

    Beste Grüße
    Heinz

    Servus Heinz.

    Zwischen ahm Oberösterreicher und an Oberbayern is a Sakrahaxn eh scho a guads Friad´nsan´bot. :winking_face:

    Aba dass deine von da horizontalen Liga natürli´ no a Klass häa spuin, ois meine Vorstreband´n, woar mia eh kloar, aba mehra ois an Sakrahaxn woilt´ i äh net von dia. :grinning_squinting_face:

    Guad Nocht.

    Rude


    :tschuldigung: :sämtliche hochdeutsch Sprechenden und Schreibenden sollen mir verzeihen..

    Zefix nochamol, da kanm ma ja ganz noia Schbrouchn lernen da hia. :streit: :grinning_squinting_face:

    Also was die verbindlichen Normen angeht, finde ich, hat Heinz recht (Habe ich vorher noch gar nicht so gesehen). (Ich werde auch bei meinen nächsten Tieren die FLügel nicht mehr so weit vorziehen!) Aber vielleicht hätte ich/wir aufgrund der Flügelform die Schwärmer erstmal aus dem Beitrag rauslassen sollen, das schein wohl die Königsklasse in Sachen "entomologisch anerkanntes einheitliches Spannen" zu sein....

    Wie gesagt, bei den Schwärmern macht die Flügelform das 90°C spannen schwierig... Sind die Flügel etwas weiter vorne, sieht das fast ""rechtwinkliger"" aus, als wenn man die hinteren Aussenenden der Vorderflügel in einer Linie mit der Flügelbasis 90°C zum Körper streckt. Sowie bei dem D.porcellus von Lucas.

    Und Rudi, ich finde Deine Präparate wirklich sehr toll! Wie man sieht hast Du ja auch bei den Lymantridae 90°C. Ich habe auch gleich eine Frage an Dich: Wie geht das, daß Du mit einem langen Papierstreifen alle Schmetterlinge auch noch so eng beieinander in Form bringst, ohne daß die Flügel verrutschen? Fängst Du oben am Brett an, bringst den ersten Falter in Form, deckst die Streifen drüber, steckst alles mit Nadeln fest und klappst Du dann die Streifen hinter dem festgespannten Tier nach oben zurück und spannst darunter gleich das nächste auf oder wie machst Du das? Alles auf so engem Raum aber trotzdem so sauber und übersichtlich... :respekt:

    Wie Du siehst, brauche ich dafür viele kleine Butterbrotpapierstreifen....

    Und warum verwendest Du zum feststecken der Flügel so dicke Nadeln? Hat das einen Vorteil? Ich nehme immer zum Feststecken Insektennadeln, wie man auf meinem Foto sieht, die hinterlassen nicht so große Löcher im Spannbrett...

    he da, Rudi!!

    eines Deiner Calliteara horsfieldii :female hat ja noch Eier aufs Spannbrett gelegt :winking_face_with_tongue:

    Viele Grüße!

    Servus Werner.

    Zitat

    Und Rudi, ich finde Deine Präparate wirklich sehr toll!


    Danke!

    Zitat

    Wie man sieht hast Du ja auch bei den Lymantridae 90°C.


    Finde ich eigentlich nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich die Vorderflügel schon etwas nach vorne ziehe. Aber wieviel Grad ich dabei erreiche, kann ich nicht sagen.


    Zitat

    Ich habe auch gleich eine Frage an Dich: Wie geht das, daß Du mit einem langen Papierstreifen alle Schmetterlinge auch noch so eng beieinander in Form bringst, ohne daß die Flügel verrutschen? Fängst Du oben am Brett an, bringst den ersten Falter in Form, deckst die Streifen drüber, steckst alles mit Nadeln fest und klappst Du dann die Streifen hinter dem festgespannten Tier nach oben zurück und spannst darunter gleich das nächste auf oder wie machst Du das?


    Jo, genauso mache ich es. So wurde mir das damals erklärt.

    Zitat

    Und warum verwendest Du zum feststecken der Flügel so dicke Nadeln? Hat das einen Vorteil?


    Ich glaube es hatte für mich nur einen einzigen Vorteil. Und zwar den: als ich mit 12 Jahren meinen ersten Aglais urticae präparieren wollte, waren ausser den Stecknadeln, die ich aus dem Nähkästchen meiner Mutter stibitzen konnte, nichts anderes greifbar. Für die Präparate selbst habe ich mir dann baldmöglichst Insektennadeln besorgt, aber die Stecknadeln, die verwende ich immer noch. Also reine Sentimentalität. Wenn mir die ausgehen, dann greife ich manchmal auch auf Insektennadeln zurück, aber das kommt nur bei Massenzuchten vor, wenn die zu präparieren sind, so wie jetzt bei den horsfeldii.

    Zitat

    Ich nehme immer zum Feststecken Insektennadeln, wie man auf meinem Foto sieht, die hinterlassen nicht so große Löcher im Spannbrett


    Wahrscheinlich ist das die bessere Lösung, aber was mache ich dann mit all meinen Stecknadeln.... :face_with_rolling_eyes: ?

    Servus.

    Rudi

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    Wie man sieht hast Du ja auch bei den Lymantridae 90°C.

    Finde ich eigentlich nicht. Ich habe das Gefühl, dass ich die Vorderflügel schon etwas nach vorne ziehe. Aber wieviel Grad ich dabei erreiche, kann ich nicht sagen.


    Ja mei, lieber Rudi,
    du musst halt genauer sein beim Lesen. Werner meint doch nicht den Stellungswinkel der Vorderflügel zum Körper, nein, er meint doch die Temperatur, bei der du die Falter präpariert hast.
    90°C (= Celsius) sind schon deshalb sehr vorteilhaft, weil man die Tiere dabei sicher nicht länger als vielleicht 3 Tage am Spannbrett lassen muss. :ironie:

    Also, beste Grüße und "Gut Schwitz"
    Heinz

    Ihr Fieslinge! Mich so zu verhohnepiepeln..... :grinning_face_with_smiling_eyes:

    Also Rudi, vielleicht sinds ein paar Grad über 90, aber nicht viel.

    Und Heinz, die Idee mit 90°C ist auch nicht schlecht, dann braucht man sich um Sammlungsschädlinge keine Sorgen mehr machen :applaus:

    Zum Thema: Welche Nadeln?

    Beim Spannen(! Name!) wird der Spannpapierstreifen an der oberen Kante des Spannbretts befestigt. Nach dem Aufstecken des Falters in der "richtigen" Position wird der Streifen über den Falter gespannt(!).
    Dabei zieht man ganz schön an dem bischen Papier. Wer schon mal Insektennadeln zum Spannen genommen hat, der weiß, wie die feinen Nadeln das Papier mühelos durchschneiden. Mit den dickeren Nähnadeln passiert das weniger, man kann höheren Zug aufbauen, den man benötigt, um die Flügel sicher fest zu halten. :grinning_squinting_face: Übrigens orientiere ich mich beim Nadeln der Hinterflügel auch an den Adern der Flügel und stelle die oberste Ader des Hinterflügels 90° zum Körper.

    Gruß

    Arnd

    Es hat mich doch gestochen, meinen Senf auch noch breitzutreten!!

    Diese Technik mit den Glaskopfnadeln eignet sich schon für Tagfalter und grössere Nachtfalter. Bei kleineren Lepidopteren, vor allem bei Microlepidoptera wird man zwangsmässig zu Spannstiften wechseln müssen. Es bedingt eine gewisse Umstellung, wenn man es aber intus hat ist diese Art des Spannens sehr komfortabel. Diese Spannstifte sind in etwa zwischen 13-17 mm lang, eigentlich sind es abgeschnittene Insektennadel, wahrscheinlich von Ausschussnadeln fabriziert. Diese Spannstifte erhält man in allen entomologischen Handlungen. Dazu braucht es aber auch die richtige Pinzette, die man heute allerdings suchen muss wie die berühmte Nadel im Heuhaufen. Sie muss vorne gebogen sein und unbedingt mit einer Feilenriffelung versehen sein, damit die Nadel nicht abbricht. Die kleinen Spannstifte steckt man in eine kleine Styroporplatte und dann kann man sie mit der Pinzette erfassen und auf das Spannbrett applizieren. Wenn man es beherrscht geht es sehr schnell und mit der Pinzettenspitze und dem Spannstift kommt man überall hin. Und zudem schont man das Spannbrett, besonders die sehr kleinen Microspannbretter.
    Ich habe mir vor etwa 40 Jahren mit einem Produzent feiner Insektenkästen zusammen an den Tisch gesetzt, und wir haben zusammen Spannbretter mit Rillenbreiten von 4 mm bis 17 mm konstruiert und ich habe für mich etwa 150 Stück produzieren lassen, produziert in perfekter Qualität. Ich habe noch nie ein praktischeres Spannbrett gesehen und benützt, dazu war es leicht und sehr einfach zu fabrizieren – vielleicht zu einfach!! Allerdings war das Holz der Spannleiste ein exotisches, sehr weiches Holz, dagegen sind Linde und Pappel geradezu wie Eisen!!! Leider habe ich vor kurzem fast alle verschenkt. Eines der letzten Muster habe ich vor vielen Wochen an die Firma Schunke geschickt mit der Bitte es zu testen und dann eventuell in Menge herzustellen. Von der feinen Firma habe ich kein Sterbenswörtchen mehr gehört, die haben das Ding einfach behalten. Da muss man sich schon fragen wie viel Wert der Kunde hat, wenn man nicht einmal den Brief beantwortet erhält und etwas Fremdes einfach in sein Eigentum übernimmt. Vielleicht liest Herr Schunke diesen Thread und schickt mir mein Spannbrett wieder zurück.
    Jetzt bin ich aber vom Thema abgewichen! Da ich in letzter Zeit eher Käfer sammle muss ich mir auch wieder neue Präpariertechniken aneignen. Doch einige Falter präpariere ich schon noch, z. B. selber gezüchtete Saturniden und andere tropische Nachtfalter. Dabei präpariere ich auch nach der Deutschen Spannmethode, der Hinterrand der Vorderflügel steht rechtwincklig zum Körper. Bei der Englischen Technik hängen die Vorder- und Hinterflügel nach hinten, was eine etwas natürlichere Haltung darstellt. Dabei verlässt man sich mehr oder weniger nach der eigenen Ästhetik. Dadurch gehen allerdings einige Informationen verloren. Solche so gespannte Schmetterlinge kann man allerdings kaum verkaufen oder tauschen. Die Deutsche Technik hat sich weltweit durchgesetzt.

    Wenn wir schon beim Thema "korrektes Spannen" sind
    Ein Blick nach ganz, ganz oben: Das neue Actias-Model (das gespannte Logo einer Actias-Art): Ist der denn korrekt gespannt? Sind nicht die Hinterflügel viel zu wenig nach außen/oben geraten? Nur mein ästhetischer Blick...

    Hallo,
    ich bin zwar kein Spannexperte,
    aber ich finde der Falter ist sehr schön geworden! :daumenja:
    Das einzigste was ich bemerkt habe ist, dass der Hinterleib ein wenig nach links gerutscht ist
    und die Hinterflügel sind für meinen Geschmack ein bisschen zu weit unten.

    Max

    Jo, die Hinterflügel von unserem Model hängen viel zu weit durch.

    Liegt wahrscheinlich an der lepidopterologisch herbstlichen Sauren-Gurken-Zeit :grinning_squinting_face:

    Schön möcht ich sowas nicht nennen, aber die Geschmäcker gehen wohl auseinander, was das Nach-vorne-ziehen und das Nach-unten-hängen betrifft. :kissing_face:

    Hallo Freunde,

    hier nun ein paar Butterfliegen welche ich erst vor kurzem tot geklatscht habe. :thumbs_up:
    Nein im Ernst, dass tut schon weh, wenn man sich die ganze Zeit liebevoll um jedes Räupchen kümmert und man nach der erfolgreichen Verpuppung feststellt, dass auch noch ein ganzer Haufen fette Weiber dabei sind, welche man zur Weiterzucht verwenden könnte. Aber leider steht nicht genug Futter zur Verfügung, um die Tierchen noch einmal nachzuziehen.
    Achso, bitte keine Anzeige wegen Tierquälerei, die Falter sind alle ganz friedlich in der Tiefkühltruhe ins Jenseits geschlummert.

    Wie war das doch gleich mit dem rechten Winkel?
    Nun ja, bei den meisten Faltern ist es ja ganz klar.Unterkante Vorderflügel im rechten Winkel zur gedachten Mittelachse des Körpers.
    Mit den Oleanderschwärmern habe ich ein wenig herum gespielt und ich bin mir jetzt überhaupt nicht mehr sicher.
    Der Innenwinkel des Vorderflügel beginnt mit einer nach unten gezogenen Spitze. Sollte man sich nun von da aus, zur Flügelwurzel eine Linie denken und diese dann im rechten Winkel ausrichten oder nimmt man den geraden Teil des Innenrandes vom Vorderflügel. :pinch:
    Wenn man aber die Axillaris des Vordeflügels zur Ausrichtung heran nimmt, wie ich es auch schon gehört habe, so sieht das meiner Meinung nach am bescheidensten aus :bibber: . Also wie den nun ? :astonished_face: Gerade bei Schwärmern, alles eine Frage des Geschmackes oder gibt es eine klare Sonderpräparationsregel? :nixweiss:

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    Hallo Falk,
    da müsste ja für jeden Geschmack was dabei sein. :dafür:
    Genau so ,habe ich es früher auch gemacht ,aber heuer
    spanne ich, (wenn überhaupt)nur noch Hybriden.

    Gruß Heiner

    Sphingidae :falter:

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

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