Anlockwirkung und Lichtspektrum

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    Nochmals ein paar Fragen zum Lichtspektrum bzw. dessen Attraktivität für

    Nachtinsekten. Es gibt bei "Papa Koch" eine Zurdnung: Er setzt blaues (UV) Licht dabei mit 100 Prozent an und schätzt dann ab welche Prozentsätze die anderen Lichtfarben im Vergleich dazu anlocken würden.
    Weiß gibt er mit 80-90 Prozent an, Grün mit 20.
    (der Rest dürfte eher uninteressant sein, 10 Prozent).

    Fragen dazu:

    Es wird hier gelegentlich erwähnt das bei Kombianordnungen auch eine grüne Lichtquelle von Vorteil sein kann. Hat dieses Licht tatsächlich eine spezielle Wirkung auf bestimmte Artengruppen, bzw. wie schätzt Ihr den Zusatznutzen einer grünen Lichtquelle ein?

    Und für mich besonders interessant:
    Bedeutet das das z.b eine starke kaltweiße Lichtquelle (ev. LED, ohne UV) eine durchaus nicht zu unterschätzende Anlockwirkung - entsprechend Kochs Zuordnung - besitzt?

    Es werden (oft sehr preiswert) ziemlich starke LED Maiskolbenlampen (360 Grad Abstrahlung) angeboten, wobei die stärksten (60, 70 Watt) einem Glühbirnen-Äquivalent bis zu 1000 Watt entsprechen sollen. Lichtfarbe wäre dabei maximal 6500K.
    Sollte das mit den 80-90 Prozent auch nur annähernd hinkommen wäre das durchaus eine interessante Möglichkeit um mit relativ geringem Energieverbrauch eine gute Anlockwirkung zu erzielen.

    Wie seht ihr das?

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    Ich glaube schon das sich Altmeister Koch die Angaben nicht komplett aus den Fingern gesaugt hat.

    In den Haustürlampen in der Vorstadt hier sind weiße Sparlampen verbaut, mittlerweile LED mit geringer Wattzahl. Der Anflug an diese Lampen ist für die Lokalität erstaunlich gut und ich glaube das selbst diese Lampen mit kleinen UV LED mithalten können.

    Außerdem kann ich mir schwer vorstellen das es irgend eine UV LED gibt die es mit einem kaltweißen 1000 W Äquivalent aufnehmen kann. Wenn das weiße Licht nicht völlig untauglich ist sollte alleine die Masse alles andere schlagen (ausgenommen HQI vielleicht). Normalerweise arbeite ich mit HQL 125-250 W und bin absolut zufrieden damit. Bin auch froh noch genug davon gebunkert zu haben für die nächsten 30 Jahre.

    Aber für ein Dutzend Euronen (Amazon) könnte man so ein Teil ja mal testen. So als Zweitanlage 100 m weiter um die nächste Waldkante...Vielleicht hat das ja jemand schon einmalig getan und weiß Genaueres?

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    Hallo, ich mache viel LF hatte früher auch immer HQL Lampen bin aber jetzt auf superaktinische Röhren ungestiegen der Anflug ist der gleiche. Musst du einfach mal probieren ob das mit den LEDs was wird, ich persönlich bin kein Freund davon. Das Ergebnis würde mich interessieren.

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    Diese Röhren benutze ich zusätzlich, sind mittlerweile aber auch Mangelware

    Ein Bündel davon gegen die HQL, und die HQL gewinnt, wenn auch nicht mit großem Vorsprung. Würde es analog zu Schwarzlicht eine superaktinische Hochdrucklampe geben - das wäre DAS Ding. Scheint aber nicht zu existieren.

    In grauer Vorzeit waren Glühbirnen das Non-Plus-Ultra. Auch damit fing man etwas. Das heißt also man sollte sich durchaus mit LEDs, zumindest der starken Sorte befassen.

    Bei Schwarzlicht LED habe ich bisher nur Scheinwerferkonstruktionen oder bei Stäben/Rundumleuchten mickerige Wattzahlen gesehen. Mein Generator kann notfalls 1000 W auffahren. Da heißt es klotzen, nicht kleckern.

    Und ja, die Anflugstärke hat durchaus etwas mit der Lichtstärke zu tun. Anflüge wo der Boden 15m im Umkreis dick mit Faltern besetzt ist - mit schwachen LEDs kaum vorstellbar.

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    Kaltweisse LED (nach ungten gerichtete) Lampen ersetzen in vielen Gemeinden inzwischen die gelben Natrium-Hochdrucklampen die schon weniger Insekten angelockt haben als die vorher verwendeten Mischlichtlampen.

    Ich habe in den letzten Jahren regelmäßig in den Tropen geleuchtet. Dort brennen vor vielen Haustüren kaltweisse Energiesparlampen die maximal 10 % der Tiere anlocken, die man mit 160 Watt Mischlicht anzieht.

    In grauer Vorzeit waren Glühbirnen das Non-Plus-Ultra.

    In grauer Vorzeit gab es sonst ja nur die Petromax und in grauer Vorzeit war die Abundanz der Schmetterlinge um ein vielfaches höher. Man staunt was damals alles an Baumstämmen, Zaunpfosten, Hauswänden etc. gefunden wurde. Heute hat man dabei eher Zufallsfunde.

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    In der DDR habe ich mit der original Koch Quarzlampe geleuchtet. Das war das pure UV Licht das roch schon so giftig. Am nächsten Tag war oft Feierabend weil die Augen nicht mehr zu gebrauchen waren. Aber der Anflug war sehr gut. Deshalb setze ich nach wie vor auf UvA Licht.

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    Wenn ich an die DDR Zeit denke, wo ich mit einer Quecksilberdampflampe geleuchtet habe und in 30 Minuten ein großes weißes Tuch schwarz war ist das heute schon traurig wie stark die Schmetterlinge verschwunden sind. Selbst in warmen Nächten im Juni oder Juli mit Wetterleuchten bin ich froh wenn ich zwei Hausmuttern und ein paar Gammaeulen am Tuch habe, und ich leuchte in der Dresdner Heide mit Blick auf einen Teich. Ich persönlich denke das es nicht nur das Licht ist, es gibt einfach keine Insekten mehr. Manche sagen das Schmetterlinge sehr kurzsichtig sind und Lichter nur aus nächster Nähe sehen können. Da habe ich auch andere Erfahrung gemacht. Die Lichtverschmutzung ist wohl der größte Feind der Insekten allgemein.

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    Ich leuchte seit 1973 und hatte immer sehr viel am Licht. Wir hatten keine Bananen und kein Westfernsehen aber Schmetterlinge gab es reichlich. Meine ersten Kästen habe ich noch bei Erwin Schunke gekauft, dem Vater von Dieter. Damals war das nur Tischlerei kein Zubehör. Für den Rest gab es den Entomologischen Versand Rosemarie Richter wer das noch kennt.

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    Weiß ist halt nicht weiß und schon gar keine Aussage zum UV Anteil - ich würde mir lieber das genaue Spektrum anschauen.

    LEDs haben halt oft sehr enge Bänder und die weißen sind natürlich oft auch recht schwach im UV Bereich, denn das will eh keiner haben! Wenn Du nen Generator hast, warum denn überhaupt die Überlegung? Nur um mehr Licht zu haben? Ich habe mit 400W HQA geleuchtet und das war mehr als genug. Und ja ganz am Anfang dachte ich auch, viel bringt viel also 1000W HQL aber dann sitzen die Tiere auch sonst wo. in den Bäumen im Gras .... überall.

    Mobil hat es immer eine 160W 250W Mischlichtgetan! Gibts auch in klar und macht gut Dienste auch um blauen Bereich ohne die Gesundheit zu stressen. Nur sind die dann halt empfindlich auch Regen.

    LED würde ich nur auf langen Fusswegen nehmen und dann in verschiedenen UV Wellenlängen etwas Grün und weiß aber nu, damit ich nicht ständig extra Licht brauche um auch was zu erkennen! Und alles an die Powerbank oder zwei drei!

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    Es geht mir hauptsächlich um kleinere Zweit/Drittleuchtstellen in ausreichendem Abstand zur Hauptanlage. Geringere Leistung bei hoher Lichtausbeute.

    Ok, nicht das ich davon nicht auch etliches auf Lager hätte, aber manchmal ist dieser "neumodische Kram" ja auch ganz nützlich bzw einen Versuch wert. Allerdings möchte ich vermeiden Geld für Dinge auszugeben die von vornherein chancenlos sind.

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    , nicht das ich davon nicht auch etliches auf Lager hätte, aber manchmal ist dieser "neumodische Kram" ja auch ganz nützlich bzw einen Versuch wert. Allerdings möchte ich vermeiden Geld für Dinge auszugeben die von vornherein chancenlos sind.

    Ich kann nur immer wieder sagen HQL und superaktinische Röhren ist sehr sehr weit vor LED.

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    Mir ist im Zusammenhang mit LED-Lampen (einfache LED´s, wie leistungsstarke Baustrahler) aufgefallen, dass sie extrem flackern. Merkt man erst bei Handyaufnahmen.

    Dieses Flackern ist beim LF wahrscheinlich kontraproduktiv und die Frequenz ist meistens nicht bekannt.

    Der Einfluss von Lichtqualität usw. auf das Anflugverhalten wird in dieser Veröffentlichung ganz gut beschrieben. :winking_face:

    Künstliches Licht und Insekten 

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