Eiablage A. paphia

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  • Also wenn ich mich nicht irre, gehört der Kaisermantel zu den besonders geschützten Arten in Deutschland.
    Fangen und einsperren wäre strafbar.

    Nicht unbedingt.


    Mit der nötigen Ausnahmegenehmigung, die für paphia nicht unbedingt schwer zu bekommen sein dürfte, wäre es legal.
    Und mit paphia aus Legal-Herkünften ausserhalb von Deutschland erst recht.
    Es war hier nicht die Rede davon paphia aus deutschen Herkünften zur Eiablage zu bringen, sondern eine grundsätzliche Anfrage, ob und wie es funktioniert.


    Grüße
    Rudi

  • ...Also wenn ich mich nicht irre, gehört der Kaisermantel zu den besonders geschützten Arten in Deutschland....



    Im Ernst???? Bei einer so häufigen und weit verbreiteten Art? O.k., groß und bunt scheint hierzulande ja ein entscheidendes Schutzkriterium zu sein. Wieder ein Beweis das das Bundesartenschutzgesetz hauptsächlich von blauäugigen "Bambi-Naturschützern" zusammengestoppelt wurde...
    Weitere naturschutzrechtliche Nonsensarten sind der aktuell in Ausbreitung begriffene und lokal immer häufiger werdende P.proserpina, und die eigentlich nur lokal schützenswerten Arten A.apollo (in fast allen Gebirgen Europas/Asiens vertreten und meist häufig) und L.dispar (südlich von Deutschland in den meisten Flußniederungen sehr häufig). "FFH-Arten", was für ein Witz!
    Da gibt es ganz andere bedrohte, aber unscheinbare Arten die fast völlig durch das Raster fallen!
    Der Begriff "Deutscher Naturschutz" wird für mich dadurch immer mehr zum Schimpfwort...

  • Hallo Andreas,


    "Bambi-Naturschützer" ist ein treffender Ausdruck. Leider tummeln sich auch auf Actias solche Schulmeister deren einzige Aufgabe darin besteht auf einen mehr oder weniger unsinnigen Schutzstatus hinzuweisen.
    Apollo, Schwalbenschwanz und Co. haben natürlich bei den meisten Naturinteressierten viel bessere Karten als graue und unscheinbare Spanner und Eulen.
    Das wichtige Thema Habitatschutz statt Artenschutz geht leider völlig unter.


    Werner

  • O.k., groß und bunt scheint hierzulande ja ein entscheidendes Schutzkriterium zu sein.

    Genauso isses, Andreas.


    Nicht alleinig, aber zum großen Teil.


    Und es ist unverholen auch so, dass ursprünglich mit dem Bundesnaturschutzgesetz der ungehemmte Zugriff der Sammler auf die "schönen und auffälligen" Arten unterbunden werden sollte, zumindest was die Lepidopteren betrifft.
    Manche Gattungen hat man dabei vergessen, wie die Melitaea, aber man hat natürlich alle heraus genommen, die dem Normalbürger Ärger machen könnten wie lanestris, neustria und Co.
    Daran dass die Melitaea immer noch nicht aufgeführt werden, sieht man auch welchen Stellenwert eine sinnvolle Aktualisierung des ganzen Geschreibsel (Bundesnaturschutzgesetz) hätte: null!


    Biotopsschutz...naja...war auch mit im Boot, aber ist halt doch ein etwas undankbares Thema, wenn es um Bauwirtschaft und Industriegebiete oder gar intensive Landwirtschaft geht. Das beißt sich einfach irgendwie.
    Da ist doch viel nachhaltiger, den schönen Kaisermantel als Imago zu schützen, als für irgendwelche Straßenränder einen sinnvollen Pflegeplan zu erstellen, die Dunkelforst-Wirtschaft zu überdenken oder gar Hand an ein bestehendes Gesetz zu legen, welches sich doch seit Jahrzehnten so gut in Deutschland bewährt hat. X(


    So...Sarkasmus aus...


    Trotzdem liebe Grüße aus dem Mais- und Zuckerrüben-Eldorado Dachau.


    Rudi

  • Hallo zusammen,


    ich kann tatsächlich auch Gutes über Naturschutz und Landschaftspflege berichten:


    Anscheinend hat man die Stabilisierung des hiesigen Altmühltaler Apollo-Vorkommens bei uns auch schon außerhalb der Entomologenkreise bemerkt und daher die ungebremste Ausbreitung dieser Allerweltsart durch gezielte Ausweisung von Gewerbegebieten in den Apollobiotopen bremsen können. Der Naturschutz scheint gleicher Meinung gewesen zu sein, denn Widerstand war nicht zu spüren. Gleichzeitig kann heutzutage Gott sei Dank mit EU-Fördermitteln auf den unschön dürren früheren Magerrasen der Region auch eine starke Mais-Monokultur angelegt werden, damit wir die Energiewende einläuten können! Endlich ist alles schön grün!


    Wir sind also eindeutig auf dem richtigen Weg :ironie:
    LG, Andreas

    Bin immer auf der Suche nach Automeris-Arten und nehme gerne neben Eiern auch kleinere Stückzahlen von Kokons ab.
    Ebenso suche ich stets interessante leere Kokons aller möglicher Arten.

  • Und es ist unverholen auch so, dass ursprünglich mit dem Bundesnaturschutzgesetz der ungehemmte Zugriff der Sammler auf die "schönen und auffälligen" Arten unterbunden werden sollte, zumindest was die Lepidopteren betrifft.



    Ist ja auch logisch, da schließlich nicht Land-, Forstwirtschaft, Industrie, Windschutzscheiben oder Stadtbeleuchtung sondern ganz allein der raffgierige und bösartige Totschläger und Sammler der Hauptrisikofaktor für heimische Insekten ist....

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  • Hallo Paul,


    ich danke sehr für deine einfache und gute Antwort! Bin etwas erstaunt, welche große Diskussion daraus entstanden ist.
    Ich selber habe die Ausnahmegenehmigungen im Rahmen meiner Ausbildung zum Schmetterlings-Guide und nutze Zuchten für päd. Zwecke und Bilder daraus für Vorträge.


    Beim Kaisermantel bei dem ich im Tal der Wilden Gutach im Schwarzwald über 70 Exemplare an einer Böschung zählen durfte, habe ich auch kein schlechtes Gewissen ein Exemplar zu entnehmen.
    Ich finde die Diskussion sehr interessant, da ich auch immer noch denke, dass bei Schwalbenschwanz und Co. diese Gesetze eher hinderlich sind. Kinder sollten Raupen von P. machaon von einem Acker entnehmen dürfen, wenn es der Bindung an die Natur dienlich ist. Letztes Jahr habe ich 60 Raupen von einem Dillacker entnommen, der wenig später untergepflügt wurde. Laut Bundesnaturschutzgesetz ohne Ausnahmegenehmigungen eine Straftat.
    Beim Apollo wäre ich da schon vorsichtiger, da es sehr begehrte Sammlerobjekte sein können.


    Die Frage bleibt doch immer, was man mit Gesetzten letztlich bezwecken will und was man evtl. auch damit zerstört. Daher ist eine Überarbeitung der Gesetzeslage auch aus meiner Sicht dringend nötig.


    André

  • Servus,


    Ansich ja eine alte Diskussion. Klar ne Überarbeitung wäre sinnvoll und es ließe sich viel verbessern. Aber seit ihr euch sicher dass eine Überarbeitung eine Verbesserung bringen würde? Oder würde man eher die Chance nutzen und die lässtigen Sammler weiter in die Ecke drängen?
    Wünschenswert und sinnvoll wäre aus entomologischer Sicht mehr Biotopschutz und weniger Schutz für Individuen. Das würde die Populationen schützen und dem Laien den Zugang zur ernsthaften Tätigkeit erleichtern.
    Nur Biotopschutz ist von der Politik nicht erwünscht. Da wo Biotopschutz nötig wäre sind andere Interessen meist wichtiger und haben Vorrang.
    Wenn ich sehe mit welcher Skepsis und Ablehnung manche Leute -selbst solche die in ihrem Berufsleben eine gewisse entomologische Fachbildung erlangt haben -an dieses Forum herantreten und den Hobbyentomologen und Sammlern feindselig gegenüberstehen... Ich fürchte manche Leute betrachten Rudis hervorragende Recherchearbeit zu den Legalausnahmen eher als Hintertürchen das man bei einer Überarbeitung schliessen könnte. Am Ende könnte eine Überarbeitung eher alles verschlimmbessern. Biotopschutz wird nicht besser aber sammeln und laienhafte Beschäftigung mit Insekten noch schwieriger. Viele betrachten das Sammeln ohnehin als nichtmehr zeitgemäß. Wenn man dass so sieht könnte man auch sagen dass das Sammeln für Privatpersonen ohne Bezug zu einen Forschungsauftrag oder einen wissenschaftlichen Institut eh überflüssig ist... Dumme Ideen gäbs da bestimmt genug. In Deutschland hat eine Überarbeitung selten eine Verbesserung gebracht. Und eine Lockerung für Sammler und andere unzeitgemäße Spinner? Wäre nur schwer vermittelbar. Dafür hat man diese Leute auch zu lange und zu erfolgreich als Schmetterlingsmörder/schänder gebrandmarkt.


    Viele Grüße Chris

  • Dafür hat man diese Leute auch zu lange und zu erfolgreich als Schmetterlingsmörder/schänder gebrandmarkt.

    Seit über 50 Jahren befasse ich mich mit der Zucht und Sammeltätigkeit. Daß man im Gelände von unwissenden "Bambi-Naturschützern" angesprochen wird ist schon normal. Ein Schmetterlingsnetz ist gut sichtbar und erregt die Aufmerksamkeit der Leute schon von weitem. Ich habe mir deshalb ein klein zusammenlegbares Netz zugelegt. Ich bin es leid mich ständig rechtfertigen zu müssen. Bedenklicher ist daß sich "sogenannte Fachleute" immer mehr auf den "kleinen Sammler und Züchter" einschießen. Ohne die Erfahrungen und Sammeltätigkeit und Mitarbeit dieser Laien würde es in vielen Museen traurig aussehen.


    Viele Grüße
    Werner

  • Beim Apollo wäre ich da schon vorsichtiger...


    Beim Apollo ist es ja so -was so ziemlich Jeder mit Ausnahme der "Gesetzgeber" wissen dürfte- das ein paar Populationen abseits des Hauptverbreitungsgebietes i.d.R. aus hausgemachten Gründen gefährdet sind; wie eben die deutschen Populationen, welchen meist aus wirtschaftlichen Gründen in der Vergangenheit arg zugesetzt wurde.
    Im übrigen Verbreitungsgebiet ist die Art in nahezu allen passenden Höhenlagen verbreitet und teilweise sehr häufig. Außer den allgemeinen Risikofaktoren wie Klimaveränderung, der mögliche Ausbruch der Phlegräischen Felder oder des Yellowstone gibt es keine Gefährdung für den Apollo als Art an sich.
    D.h. also ein Schutz dieser ausgewählten Populationen wäre o.k. und auch notwendig, aber der Eiertanz und die Tabuisierung des Apollos insgesamt sind unsinniger und unnötiger Aktionismus, warscheinlich um Otto Normalidioten zu beweisen wie "ernst" man den Naturschutzgedanken offensichtlich nimmt. Eingeweihte dagegen bekommen Bauchschmerzen vor grimmigem Lachen darüber...

  • Ein ähnliches Problem ist mit Bestimmungshilfe des Lepiforums: Euplagia Quadripunctaria
    Nur weil die Griechen auf der Insel Rhodos ihre Population im Tal der Schmetterlinge schützen wollten
    wurde die Art europaweit unter Schutz gestellt. Dies Art wurde nur aus wirtschaftlichem Interesse geschützt
    und weniger aus Naturschutzgründen. Eine solche Fremdenverkehrsattraktion muß man natürlich erhalten.
    Zum Glück für die Tiere. Der große Rest der Arten hat aber keine Lobby.
    In anderen europäischen Ländern ist die Art kaum gefährdet.

  • Moin.


    Tja...mit quadripunctaria hast jetzt ein ganz besonderes Vieh mit ins Spiel gebracht Werner.


    Ich bezweifle dass bei dieser Art ein Individuenschutz besteht. Zumindest für Deutschland; für die anderen EU-Länder traue ich mir kein Statement zu, weil das die nationale Gesetzgebung betreffen würde. ;-)


    Auch wenn sie in der FFH-Richtlinie gelistet ist, denn es ist auch wichtig, in welchem Anhang die entsprechenden Arten gelistet sind, egal ob nun FFH oder WA oder was auch immer. Und FFH-Anhang II beinhaltet meines Wissens keinen Individuenschutz, sondern ausschließlich Biotopschutz. In den ausgewiesenen Biotopen sind dann natürlich wieder die entsprechenden Individuen geschützt, sonst würde es ja keinen Sinn ergeben.


    Vielleicht irre ich mich auch, aber selbst bei einigen angeregten Diskussionen mit mir nicht so wohlgesonnenen Entomologen konnte keiner das entscheidende Gegenargument bringen, sondern nur persönliche Auslegungen von Texten, die so nicht formuliert sind. Und selbst auf dem deutschen Artenschutzportal WISIA ist quadripunctaria "nur" nach FFH-II geschützt...kein weiterer Schutzstatus wie "Besonders Geschützt" oder "Streng Geschützt". Und das ist reichlich komisch.


    Um die Sache zu klären müsste man für Deutschland direkt eine Anfrage beim Bundesamt für Naturschutz stellen. Aber da Arctiinae mich nu nicht sooo interessieren, darf das mal jemand anderes machen. :D


    Servus
    Rudi

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