Hat der Schmetterlingsflieder seine Faszination verloren?

    Jahrzehnte lang konnte ich es kaum erwarten, dass er wieder blüht, der Schmetterlingsflieder, wurden von seinen Blüten doch zahlreiche Schmetterlinge in teilw. ungeahnten Arten angezogen. Arten, die ich in meiner Umgebung sonst nie und nirgends zu Gesicht bekommen habe, stellten sich an den Buddleja-Sträuchern ein.
    Doch heuer ist das ganz anders. Zurzeit präsentieren sie sich in vollem Blütenkleid, die Sommerflieder. Doch so viel ich sie auch aufsuche in der gesamten näheren und weiteren Umgebung -alle stehen sie da in jungfräulicher Unberührtheit. Außer ein paar Ochsenaugen und ganz wenigen Weißlingen sehe ich keine Schmetterlinge an den Blüten.
    Warum und weshalb hat der Schmetterlingsflieder seine Faszination verloren? Oder ist das nur hier so, in meiner Umgebung?
    Eure Beobachtungen würden mich interessieren.
    Danke und beste Grüße.
    Heinz

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    Hallo Heinz
    ich kann es leider auch bestätigen..am Sommerflieder habe ich dieses Jahr in Berlin-Marzahn auch keine Schmetterlinge gesehen
    Sonst wimmelte es nur so von Admiralen, Schwalbenschwänzen, Kleinen Füchsen und sogar manchmal ließ sich auch mal ein kleiner Schillerfalter blicken..und das ist schon eine echte Rarität in einer begrünten Plattenbausiedlung.
    Aber dieses Jahr absolute Fehlanzeige.
    Grüße aus Berlin-Marzahn
    Carsten Anderssohn

    Hallo Zusammen,

    habe auch 7 Buddleja im Garten. Zumindest am weis blühenden, waren immer Falter zu Gast.:aufstampfen:

    Diese Beobachtung kann ich also nur bestätigen. Wahrscheinlich treibt es, durch die ungewöhnliche Hitze bedingt, die Falter an kühlere Stellen oder die Nektarplanzen sind anderswo genau so lecker.

    Hier zum Beispiel fanden sich Hunderte von Faltern auf der Großen Klette (Arctium lappa) und an Wilder Karde (Dipsacus fullonum).

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    Hier sieht man, dass sich die Falter zum größeren Teil im Schatten aufhalten.

    [Blockierte Grafik: http://i37.tinypic.com/30j0ifb.jpg]

    Die Drei von der Tankstelle haben sich auch in kühlere Regionen zurückgezogen.
    Die drei Freunde (von rechts nach links) Willy, Kurt und Hans.:daumenja:

    Hallo zusammen,
    hier im Süden fliegen am Schmetterlingsflieder jeden Tag Hunderte Tagpfauenaugen, ein paar Dutzend Kaisermäntel und verschiedene Schwärzlinge, desweiteren wenige C-Falter und Weißlinge, vereinzelt mal ein kleiner Eisvogel. Dieses Jahr habe ich noch gar keine Kleinen Füchse und Taubenschwänzchen gesehen, die in den letzten Jahren doch ziemlich häufig waren, dafür gibt es viele Hummelschwärmer. Abends bevölkern dann sehr viele Gammaeulen die Blüten.

    Hallo allerseits,
    hier in Halle (Saale) und Umgebung sieht es in diesem Jahr auch ganz traurig aus (obwohl es normalerweise trotz Stadtgebiet eine schmetterlings- und allgemein insektenreiche Gegend ist). Aber außer ein paar Weißlingen ist heuer nicht viel zu sehen.
    Gründe dafür sind vielleicht der viel zu milde Winter (der den Namen nicht verdient hat), dann die ersten sehr warmen Frühlingstage mit dem dann viel zu kühlen Restfrühjahr. Wir müssen dieses Phänomen weiter beobachten.
    Ich war jetzt aber einige Tage nur ein paar Kilometer weit weg in der Dübener Heide. Dort sah es um einiges anders aus. Ein richtiges Gewimmel an Faltern - Satyriden, Pieriden, Lycaeniden und Hesperiiden. Nymphaliden gab es aber - abgesehen von ein paar Landkärtchenfaltern - auch hier nicht.

    Cheers
    Achim

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    Ich wohne in München und habe an unserem Schmetterlingsflieder heuer erst ein einziges Tagpfauenauge gesehen.
    Früher kamen auch Taubenschwänzchen, Admirale und kleine Füchse.

    Hi,

    Ich wohne in Österreich, genauer gesagt in der Obersteiermark.
    An meinen 6 Sommerfliedern fliegen heuer viele Schmetterlinge umher.
    Großer und Kleiner Kohlweißling
    Schwalbenschwänze
    Admiräle
    Tagpfauenaugen
    Kleiner Fuchs
    Taubenschwänzchen
    Labkrautschwärmer
    Winderschwärmer in der Dämmerung

    Also bei mir gibt es auch heuer wieder viele verschiedene Arten zum Beobachten.

    LG.
    Dominik :falter:

    Hallo,

    ich wohne am Südtrauf der Schwäb. Alb, etwa 10 km Luftlinie nördlich der Donau zwischen Ulm und Donauwörth. In meinem Garten haben ich Sommerflieder, neben unserem Haus beginnt eine typische Heidelandschaft mit viel Pflanzenvielfalt auf Magerrasen.
    Beim ersten warmen Sonnenstrahl stellen sich die Gäste bei mir ein: im Dutzend Schwalbenschwanz, Tagpfauenauge, Admirl, Zitronenfalter, Landkärtchen, auf der Heide Schachbrett und alle Arten von Bräunlingen, Widderchen: ohne Überteibung, es sind 1000 und mehr auf einer Fläche von 2 -3 ha. Die Weibchen des Schwalbenschwanzes tanken kurz und legen dann ihre Eier an die Wilde Möhre ab wo später dann die Raupen eingesammelt werden können ehe möglicherweise die Schafherde ihnen den Garaus macht !

    mfG
    Reinhold Bahmann

    Ich habe bei einer Freundin, dessen mutter einen super Schmetterlingsgarten hat, Überall blühende Flieder, wilde Möhre, und "Chaos" wie der Gärtner sagen würde, super viele Schmetterlinge gesehen. Ab und zu schaut ein Schwalbenschwanz vorbei, und viele Admirale, Tagpfauenaugen, kleine Füchse (dieses jahr wohl seltener) und sogar (zu meiner riesigen Überraschung) ein Erdbeerbaumfalter. /Wohne in der nähe Trier, im Hunsrück. (Horbruch)

    Hier gibt es normalerweise keine Erdbeerbaumfalter, hat wohl jemand ausgesetzt...

    naja, freue mich über weitere Beiträge! Interessante Vorfälle hier :grinning_squinting_face:

    lGTIm

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    Nabend

    ICh komme aus Kleve im schönen NRW und wir haben einen recht großen jedes Jahr stark blühenden Sommerflieder im Garten stehen, der jedes Jahr stark besucht war...

    Dieses Jahr jedoch...
    ...Nur Bienen, Fliegen etc.

    1 Weissling ! :aufstampfen:

    Was is los, ich mache mir echt Gedanken wie es in Zukunft sein wird...
    ..werden die nächsten Gernerationen Schmetterlinge nur aus Erzählungen und Medien kennen?

    PAtrick

    Ich habe auch mehrere Schmetterlingsflieder im Garten, die stehen auch fast verwaist da - in voller Blüte!
    Zweimal habe ich einen Schwalbenschwanz entdeckt, einmal einen Admiral und sonst nur Ochsenaugen und Weißlinge. Überwiegend sieht man Schwebfliegen, Hummeln und Bienen. So ist es auch am Lavendel.

    Bis auf 1 überwintertes Ex. habe ich in diesem Jahr noch keinen Kleinen Fuchs zu Gesicht gekriegt, weder in der ganzen Gemarkung Sillium noch sonst im Südteil des LK Hildesheim. Im letzten September fand ich noch zwei Raupennester, doch haben die Raupen es wohl nicht mehr bis zum Falter geschafft. An meiner häuslichen Buddleia waren jetzt dagegen bis zu 20 Inachis io (die ersten am 12.7.)sowie mehrere A. hyperantus, M. jurtina & Weißlinge und wenige Admirale & Distelfalter zu sehen. Die I. io flogen in den letzten Tagen nicht mehr so häufig und dürften vorerst "satt" sein, worauf ihre prallen Abdomen schließen lassen.

    Viele Grüße Hartmut

    Hallo zusammen,

    ich wohne in Hamburg Poppenbüttel (Nordosten von Hamburg fast schon Stadtrand, jedenfalls ist viel Natur um uns rum) und bis auf ein paar Weisslingen, sind nur die Celastrina argiolus wie jedes Jahr gleich häufig zu sehen. Ich bin beruflich aber auch viel unterwegs und kann dieses Phänomen auch für Hannover (Ricklingen und Hemmingen(Westerfeld)), Berlin Treptow(Adlershof) (größere Ruderralflächen und Vorgärten) Berlin Siemensstadt und Ratzeburg(Stadtpark, Seenähe), Goslar (Vorgärten am Steinberg und Ruderralflächen in der Nähe des Bahnhofs zwischen Bahnhof und Georgenberg). Einzig in Berlin (Charlottenburg) konnte ich vor nicht mehr als vier Wochen einge V. atalanta und I. io auf einer Ruderralfläche mit einigen wenigen Buddeleija meißt aber auf anderen Blumen in der Umgebung beobachten. Ich berücksichtigte bei der Beobachtung und den Ortsangaben nur die letzten vier Wochen! Gehe ich noch weiter im Jahr zurück, waren, neben den schon genannten Stellen, auch in Braunschweig, Essen, Hamburg (Fuhlsbüttel und Finkenwerder), Hannover (Nähe Zoo) kaum ein Schmetterling nach dem März diesen Jahres zu sehen!

    Viele Grüße Franz

    Hallo zusammen,

    auch ich muß mich leider dem bereits Gesagten anschließen: lediglich die Kleinen Kohlweisslinge scheint es wie eh und jeh in großer Anzahl zu geben. Ansonsten hier und da mal ein Admiral oder öfters mal ein Pfauenauge oder Ochsenauge. Raupennester vom Tagpfauenauge gibt es hier (Raum Stuttgart) wie schon letztes Jahr zum Teil wieder massenhaft, den Kleinen Fuchs dagegen hab ich schon seit 2 Jahren hier nicht mehr gesehen. Vielleicht kommt die Zeit der Wanderfalter wie Distelfalter, Admiral oder Taubenschwänzchen erst noch. Hoffen wir auf bessere Zeiten...

    Kann es vielleicht am vielen Regen liegen, dass die Raupen halt runtergespült werden und sterben?
    Also Leute seht zu, dass ihr der Population wieder auf die Sprünge helft!
    Zieht die Raupen groß und lasst die Falter frei, vielleicht bekommen wir dann nächstes Jahr wieder mehr Schmetterlinge zu sehen.

    Hallo,

    erstmal schönen (und neidischen) Gruß nach Bayern und Österreich!

    Also bei uns in der Nähe von Bremen gab es dieses Jahr (insgesamt!) ein paar Tagpfauenaugen - die meisten werden wohl aus meiner Zucht stammen -, regelmäßig den einen oder anderen Zitronenfalter, alle paar Tage mal einen Kleinen Fuchs, ein paar Landkärtchen und einen Admiral, dieses Jahr insgesamt drei Distelfalter, etwa fünf C-Falter. Kleinen Kohlweißling, Ochsenaugen und "schwärzlinge" regelmäßig, bislang einen großen Kohlweißling, einige Bläuinge, einen großen Schillerfalter, zwei Scheckenfalter, regelmäßig Kommafalter, einige Grünwidderchen. Na ja, das war's. Insgesamt weniger als sonst. Am auffallensten ist das Fehlen der Kleinen Füchse und langsame Verschwinden der Landkärtchen.

    Das ist eigentlich kein Wunder. Brennessel werden als störend empfunden und systematisch durch Mähen der Wegränder ausgrottet. Damit werden auch die Kohlweißlinge seltener, die sich an Koblauchraute und Ackersenf ernähren.

    Vor zwei Jahren wurde eine großen Fläche Magerrasen gedüngt und zur Erergiegewinnung (Strom aus Mais) genutzt, so dass Bläulinge, Kommafalter, Widderchen und viele andere Arten im weiten Umkreis ausgerottet wurden.

    An der mangelnden Attraktivität des Sommerflieders liegt es wohl nicht.
    Schönen Gruß

    Hallo zusammen,

    auch ich in Mittelhessen bin nach dem Lesen Eurer Meldungen "flugs" an meinen riesigen, blühenden Buddleiah gerast und habe die Blütentrauben abgesucht: Ergebnis; 1 Kleiner Kohlweissling, etliche Schwebfliegen und viele Hummeln. In anderen Jahren waren das, immerhin mitten im Ort, wohl 10 bis 30 Tagfalter, darunter auch schon manchmal ein Schwalbenschwanz. Auch ansonsten ist die Armut an Schmetterlingen schon das ganze Jahr über "beängstigend". Bisher war ich immer der Meinung die Motorsensen, weit verbreitet bei Kommunen und in Privathand, seien Hauptverantwortliche für das Verschwinden der letzten "wilden " Stellen und damit vieler Raupenfutterplätze. Auch das Mähen der Ränder von Forstwegen und kleinsten Pfaden in den Gemeinden ist zur lieben Gewohnheit geworden. Wegränder waren ja vor ein paar Jahren das "NABU-Biotop des Jahres"- die Strassenämter kümmern sich nicht darum und mähen weiterhin Meter tief bis zur Waldgrenze. Derweil trifft man sich in Bonn zur kollektiven Betrauerung des Verlusts der globalen Artendiversität ....

    Aber ich habe da noch einen anderen Gedanken:
    Seit den 90ger Jahren bereits werden besonders 2 Substanzgruppen vor allem zur Bekämpfung von Forstschädlingen eingesetzt, d.h. von Flugzeugen ausgebracht vernebelt oder anderweitig flächenintensiv gespritzt. Eine Verdriftung mit dem Wind findet über erhebliche Entfernungen statt.
    Auch setzt man sie im Gemüsebau, gegen Eichenprozessionsspinner im Park, gegen den Traubenwickler im Weinbau und darüber hinaus ein.

    1.) "Dimilin" (mit dem Wirkstoff Diflubenzuron) tötet Insekteneier ab oder tötet Larven (Raupen), indem es die Bildung der körpereigenen Insektenhaut z.B. in den Häutungen verhindert. Es ist ein "Chitinsynthesehemmer". Die Ausbringung gegen den Eichenprozessionsspinner erfolgt im zeitigen Frühjahr, also dann wenn viele Tagfalter Eier legen oder auch überwinternde Raupen (Eisvogel...) bereits fressen. Die Stadt Würzburg hat Anfang/Mitte der 90ger Jahre bereits erlaubt, dieses Mittel auch in Naturschutzgebieten zu verwenden. Was bedeutet dies wohl für die Entwicklungsstadien seltener Schmetterlinge ?

    2.) BT-Präparate ("Bacillus-thuringiensis-var. merstaki") enthalten nichts anderes als einen Mikroorganismus, der NUR auf Schmetterlingsraupen wirkt und hier eine Bakterienerkrankung auslöst, die natürlich zum Tod der Raupen führt. Das Spritzmittel wird letztlich ebenfalls in die Atmosphäre eingebracht und verteilt sich u.a. mit dem Wind. Ich bezweifele, dass jemand weiss, wie weit.

    Schön wäre es ein Kataster z.B. von jedem Bundesland zu besitzen, das zeigt, wer, wannn und wo welche Mittel eingesetzt hat (Forstwirtschaft, Landwirtschaft, kommunale Schädlingsbekämpfer usw.) und daraus Rückschlüsse auf eine auffällige Artenarmut bestimmter Insekten ziehen zu können (obwohl das wohl nicht ganz so leicht ist).
    Übrigens kann man in einer älteren Anfrage im Deutschen Bundestag zum Thema(Drucksache 13/4576 aus dem Jahr 1996) bereits den kernigen Satz lesen: "Eine Wirkung ausschließlich auf den jeweiligen Schadorganismus lässt sich nicht erreichen. Diese Effekte sind vertretbar ..."). Fragt sich nur von wem ...

    Na ja, vielleicht habe ich ja unrecht oder es war der kalte Frühling oder es ist alles zusammen und noch viel mehr. Also, nicht entmutigen lassen, bald fliegen sie hoffentlich wieder. Am Buddleiah liegt es sicher nicht.

    Gruß
    Michael

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    Hallo Michael,

    Zitat

    Seit den 90ger Jahren bereits werden besonders 2 Substanzgruppen vor allem zur Bekämpfung von Forstschädlingen eingesetzt,

    Dass die diesjährige Schmetterlingsarmut darauf zurückzuführen wäre, glaube ich nicht recht. Vor allem Dimilin wurde - zumindes in Ostdeutschland - schon früher, seit Anfang der 80er eingesetzt. Üblicherweise werden die Mittel zur Eindämmung der Massenvermehrung von "Schädlingen" ausgebracht. Nun bin ich wahrlich kein Freund dieser Methode - Beobachtungen zeigen aber, dass sich die Insektenfauna nach kurzer Zeit wieder erholt.
    Wie ich oben schrieb, bin ich der Meinung, dass in diesem Jahr der seltsame Witterungsverlauf der Grund ist. (Der milde Winter begünstigt möglicherweise ein Verpilzen der überwinternden Schmetterlingsstadien. Die ersten sehr warmen Frühlingstage aktivieren die überwinternden Falter, ohne das genügend Nahrung da war. Außerdem haben sich sicherlich die Parasiten zeitig entwickelt, die sich dann auf alles gestürzt haben, was sie finden konnten).

    Cherrs
    Achim

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