Ungeduldig - wann schlüpfen …

    Hallo zusammen,

    ich kann es nicht mehr abwarten, mein erstes Jahr mit jeder Menge überwinternden Puppen …

    Kann mir jemand sagen, wann ich bei den diesjährigen Witterungsbedingungen bei mir im Raum NRW (Nähe holländische Grenze bei Venlo/Roermond bzw. Nähe Mönchengladbach/Krefeld) mit dem Schlupf von

    - S. pavonia (kleines Nachtfpauenauge)
    - S. pyri (Wiener Nachtpfauenauge)
    - A. tau (Nagelfleck)
    - E. versicolora (Birkenspinner)
    uvm., aber darauf kann ich noch was warten …

    rechnen kann?
    Ich halte die Puppen draußen bei natürlichen Bedingungen, jedoch eher schattig.

    Freue mich über eure Hilfe.

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    Hallo,

    aufgrund der kalten Witterung und meiner Erfahrung kann man folgende Schlupftermine ins Auge fassen:

    1. Kaum erwarten kann es versicolora. Letztes Jahr hatte ich Mitte März den ersten Schlupf, Freilandanflug am 1.4. Im Jahr 2007 schlüpfte das erste Männchen bereits am 28.2. heuer wird es aufgrund des strengen Winters deutlich später.
    2. Pavonia schlüpfen etwa Mitte bis Ende April, pyri Anfang Mai.
    3. tau ist in der Regel immer Ende April / Anfang Mai dran wenn die Vegetation beginnt auszutreiben - für mich die schönste Jahreszeit !!!

    Viel Spass und guten Zuchterfolg

    R. Bahmann
    89428 Syrgenstein

    Ich lasse auch alle Puppen im kühlen Dunkeln bis mindestens Mitte März.
    Dann nehme ich die ersten ans Licht, was offensichtlich eine Art Schlupfbereitschaft auslöst.
    Bei vielen zeigt die Verfärbung der Puppenhülle, dass es bald losgeht.

    :smiling_face_with_sunglasses:

    • Offizieller Beitrag

    Das kommt auch darauf an, wann die Tierchen sich verpuppt haben, bzw., wie viel Zeit sie hatten, bis zu den ersten kalten Temperaturen. Denn: manche Individuen haben schon genug Zeit vor dem Winter sich zu entwickeln. Sie warten dann ungeduldig fast fertig in den Hüllen. Die Entwicklung wird aber bei kalten Temperaturen eingestellt, sodass es bei manchen länger dauern kann. Als Vergleich: die Fotosynthese wird bei Pflanzen ab einer temperatur unter 9°C eingestellt, wo die Temperaturgrenze bei Lepidopteren liegt, weiß ich leider nicht.

    Lucas

    Servus Alexandra.

    Du kannst dich bei Aglia tau und Endromis versicolora auch am Austrieb der Futterbäume orientieren, vorausgesetzt du hältst die Puppen konsequent bei Freilandbedingungen.
    Tau schlüpft bei Laubaustrieb der Buche (Fagus sylvatica) und versicolora hält sich an die Birke (Betula pendula).
    Es wird zwar immer gesagt, dass die Falter in Gefangenschaft um ettliches früher schlüpfen, jedoch konnte ich dies bei diesen beiden Arten nicht feststellen.

    Bis zum 20.3.

    Rudi

    Hallo Rudi,
    bei mir war es so wie du beschrieben hast.
    Die Falter sind früher geschlüpft.
    Ich habe sie aber auch darausen in der Kälte (aber geschützt)gehalten.
    Sie sind im Dezember geschlüpft.
    Sind wunderschön geworden.

    Es wird zwar immer gesagt, dass die Falter in Gefangenschaft um ettliches früher schlüpfen, jedoch konnte ich dies
    bei diesen beiden Arten nicht feststellen.

    Mfg Markus

    Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware,das heisst: du kannst sie kostenlos nutzen.
    Allerdings ist sie nicht Open Source, dass heißt du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

    Luckyluke

    Hallo Lukas.

    Bei diesen vier Arten ist es völlig irrelevant, wann sich die Raupen verpuppt haben. Alle vier Arten haben im Spätsommer mehr als genug Zeit, sich auf die Überwinterung per Puppe einzustellen. Zur Entwicklung der Falter, egal ob jene vor der Frostperiode einsetzt oder nachher, ist die Zeit mehr als ausreichend. Und gerade solche Arten, wie versicolora und tau werden innerhalb kürzester Zeit schlüpfen, wenn sich die Temperatur so entwickelt, dass eine Schlupfinduktion entsteht. Und dies völlig unabhängig davon, ob sich die Raupen nun im Juni oder Juli eingesponnen haben.

    Und einen Vergleich zur Photosynthese der Pflanzen zu ziehen, ist mehr als gewagt. Pflanzen und Insekten lassen sich einfach nicht vergleichen.
    Und dass die Photosynthese bei allen Pflanzen ab 9°C aussetzt, ist mir absolut neu. Da frag ich mich doch, was sämtliche immergrünen Koniferen der borealen Nadelwaldzone von Oktober bis Mai machen?
    Würdest du mir das bitte erläutern? :nixweiss:

    Entweder du nennst deine Wissensquelle, dann bin ich gerne zu einer fachlichen Diskussion bereit, oder ich muss davon ausgehen, dass mal wieder schlecht recherchiertes und nicht hinterfragtes Internetwissen als eigenes Wissen ausgegeben wurde. Auf diese Weise kann man sich recht leicht blamieren.

    Rudi

    Saturnia pyri

    Hallo Markus.

    Von welchen Arten sprichst du und was verstehst du unter "geschützt gehalten"?
    Kein tau, versicolora, pyri oder pavonia wird bei konsequenter Freilandüberwinterung im Dezember schlüpfen. Vorausgesetzt, die Puppen wurden im Herbst nicht künstlich warm gehalten.

    Rudi

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rudi,

    also zu erstens, da hast du wahrscheilich recht. Mir ist so was mal mit ein paar Sphingiden passiert, ich meine das mit dem schlupftermin.
    Aber das ist natürlich überhaupt nicht mit diesen 4 Arten zu vergleichen, das stimmt schon. Ich werde mich in Zukunft zurückhalten :tschuldigung::daumenja: .

    Zu zweitens rufe ich als meine Verteidigung meine Biolehrerin in den Zeugenstand, muss aber noch hinzufügen, obwohl das für die Ursprungsdisskusion völlig irrelevant ist, dass ich mich etwas verschrieben habe: es ist nämlich so, dass nicht das Fotosystem, sondern das Wurzelsystem bei den meisten Pflanzen ab 9Grad auf Sparflamme stellt.

    Erklärung und Folge: Da die Fotosynthese noch sehr viel länger funktioniert :tschuldigung: , als das Wurzelsystem bei 9°C, können bei Sonne die Blätter noch F.s. betreiben. Aber: da kein Wasser mehr aufgenommen werden kann, und somit der Transpirationssog und als Folge davon der Gasaustausch ausbleibt, nützt die Fähigkeit der F.s. unter null Grad der Pflanze herzlich wenig, da ohne Gasaustausch der chemische Hintergrund der Fotosynthese völlig uber den Haufen geworfen wird. Die Folge: Blätter werden abgestoßen und die Pflanze in die winterruhe überführt. Beispiel: in Orangerien herrscht immer ein recht divuses Licht, obwohl, falscherweise übrigens, ein besonders heller Standort empfolen wird. Würde man sie aber heller stellen, würden sie alle Blätter verlieren, egal, wie viel man gießt.

    Zufrieden? :smiling_face_with_sunglasses::grinsen:

    Lucas

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    Hallo,

    jawohl, es gibt recht viele Faktoren, die den Schlüpfzeitpunkt (auch in Kombination) beeinflussen können - und manche dieser Arten sind sogar als Falter recht kälteverträglich.
    Bei S. pyri möchte ich noch daran erinnern, daß man nicht den Mut verlieren oder gar aufgeben sollte, falls aus den Kokons bis zum Sommer nichts herauskriecht, - es kann ja mehrere Jahre dauern, mitunter 5 oder 7. Begünstigt wird ein Überliegen lokal vom Auf und Ab der Frühlings- oder Frühsommertemperaturen, aber auch rein interne (Hormonkonzentration) Faktoren spielen eine Rolle. So können Jahre mit ungünstig kühlen Sommern gut überbrückt werden, zumindest von einigen Individuen - die sich dann in einem günstigen Jahr prächtig vermehren. - S. pyri galt ja z.B. in Wien bis 2003 für ausgestorben.

    Schönen Gruß und viele Falter,

    Hallo Rudi,

    ich habe den Nagelfleck(aglia tau)gemeint.

    Mfg Markus

    Die Deutsche Rechtschreibung ist Freeware,das heisst: du kannst sie kostenlos nutzen.
    Allerdings ist sie nicht Open Source, dass heißt du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.

    Was zumindestens in Norddeutschland aber meist zutrifft: Der Hauptflug des Nagelflecks fällt in der Regel mit der Apfelblüte zusammen, und VÖLLIG freilandidentisch gehaltene Puppen dürften sich da mit dem Schlupf anschließen... Wobei allerdings selbst die Nähe einer Wand eines bewohnten Hauses den Zeitpunkt etwas abfälschen kann...

    @ Lucas.

    Einspruch zu Photosynthese, Diffussion und 9°C-Grenze zur Wurzelaktivität.
    Aber das machen wir per PN, da das kaum sonst jemanden interessieren dürfte :astonished_face: und auch nicht zum Eröffnungsthema passt.

    Rudi

    .... heute ist der erste Birkenspinner (E. versicolora) unter natürlichen Bedingungen geschlüpft.

    Ich habe am Wochenende (bei uns ist es derzeit milder) den Puppen eine Sprühdusche gegönnt und man konnte sehen, dass in allen noch Leben steckt. Obwohl es diese Nacht wieder frostig und tagsüber auch nur max. 8 Grad war, ist dann mein erster Falter geschlüpft.

    Heute wollte ich eigentlich nur mal kurz auf den Balkon die Sonne genießen und sah im Puppenkasten etwas hängen, was da im Moment noch nicht hingehört.

    Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen auch die anderen schlüpfen werden.

    Hallo noch mal ...

    gestern sind nach milden Temperaturen und einem sonnigen Tagen erneut mehrere Birkenspinner, u.a. auch ein Weibchen, geschlüpft. Gegen Abend konnte ich eine Kopula beobachten.

    Nun warte ich gespannt, ob und wann das Weibchen Eier ablegt.
    Dazu hätte ich gerne noch ein paar Tipps.

    Ich habe derzeit einige Haselnusszweige im Kasten. Müssen es tatsächlich Birkenzweige sein ?? ... dann müßte ich gleich mal kurz los ziehen und welche besorgen.
    Wann wird i.d.R. mit der Eiablage begonnen? Kann ich sonst noch was tun, um das Weibchen dazu zu bewegen?

    Vielen Danke für Eure Hilfe.

    Hallo Alexandra,
    ich hatte letztes Jahr Birkenspinner! Bei mir hat das Weibchen 2 Stunden nach der Kopula angefangen Eier zulegen und die Eier wurden bei mir in kleineren Häufchen überal im Flugkäfig abgelegt deswegen brauchst du glaube ich keine Birkenzweige!!
    :daumenja:

    Gruß
    ARMIN

    Hallo Alex
    Die Birkenspinner legen ihre Eier mit Vorliebe an sehr dünnen Ästchen der Birke.
    Haselnus wird schätze ich auch gehen, aber je dünner je besser.
    Ich setze die Weibchen nach der Kopula in Plasti/Glasbehältnisse und gebe einige dünne
    Äste dazu.
    So krabelt das Weibchen flaternder Weise immer schön zwischen den Ästen herum,
    und legt seine Eier daran.
    Auf jeden Fall besser wie an Gaze , Holzleisten o.ä.
    So hat man mit dem Ablösen der Eier keine Probleme, kann die belegten Ästchen passend zurecht stutzen
    und in ein feuchtes Mosyschwämmchen stecken. Danach geschützt unter Freilandbedingungen
    wegstellen und abwarten.

    Grüße Heiner
    Sphingidae :falter:

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

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    • Offizieller Beitrag

    Guten Abend,

    Also meine Erfahrung deckt sich ziemlich mit der der anderen, besonders was Uhrzeit der Eiablage betrifft.
    Ich möchte eigentlich nur noch was zu den Birkenzweigen sagen:
    es müssen natürlich nicht unbedingt Birkenzweige sein, dies ist aber, wie der name schon sagt, die bevorzugte Pflanze.
    Man sollte aber bedenken, dass man Eier an einem Zweig schlechter kontrollieren kann, als z.Bsp. auf Papier.
    Deshalb setze ich befruchtete Weibchen in der regel immer in mittelgroße, mit Zellstofftüchern verkleidete Papp- oder Plasteschachteln, und stelle diese Warm und dunkel, z.Bsp. in eine Besenkammer.
    Nach zwei Tagen, wenn die Ablage in der Regel beendet ist, schneide ich die Eier mit einem großzügigen Stück papier ab. Dieses bildet gleich die passende Unterlage und die feuchtigkeit kann besser reguliert werden- indem man einfach einige Tropfen Wasser auf das Zellstoffpapier rinnen lässt.
    Der angebliche Nachteil dieser Methode ist, dass, meines Wissens nach unbegründet, die Weibchen an einer naturlichen Ablagefläche ( zweig)
    länger und besser zur Ablage stimuliert werden, und daher mehr Eier legen.
    Da ich diese Erfahrung aber noch nicht gemacht habe, kann ich nicht sagen, ob an diesem Gerücht was dran ist.

    Lucas

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