Manchmal geht alles schief.....

    hi leute

    manchmal versteh ich die die welt nicht mehr.
    zuchten die bis jetzt ohne probleme verlaufen sind,
    machen mir nur kummer.
    geht es anderen auch so, dass man alles manchmal hinschmeissen möchte? :fluchen:

    Citheronia regalis ist eine um die andere am abserbeln :bibber:

    Argema mimosae wollen sich einfach nicht paaren und von der einzigen kopula die ich hatte,
    legte das weibchen kein einziges ei und war nach 5 tagen mausetot!

    Actias dubernardi hat gut gefressen und sich einen schönen kokon gesponnen.
    nur leider habe ich bei der kontrolle festgestellt, dass in 70% der kokons die verschrumpelte tote raupe drin ist....
    genau das gleiche ist mir bei Dirphia panamanensis fassli passiert.

    he "Houston" habe ich ein problem? :nixweiss:

    also leute, bin ich der einzige der in den fensterrahmen beissen will?
    für ein wenig aufmunterung habe ich ein offenes ohr :augenrollen:

    gruss

    uwe

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    Hallo Uwe - Züchterkollege im Unglück :blume:

    ich kenn`das eben auch und ich weiss manchmal wie tief der Schmerz
    einer verlorenen Zucht sitzt.
    Nur damit du nicht so alleine im Kummer schwelgen musst habe ich eben
    auch einige Zuchten mit Problemen gehabt.
    Man darf eben nur nie aufgeben, sondern immer positiv denken und sich
    darauf freuen, dass es eben beim nächsten Versuch besser funktionieren
    wird. KOPF HOCH ! :daumenja:

    Ich versuche schon seit 2 Jahren A.edwardsii zu züchten und kriege die
    Raupen nicht über L2 hinweg :daumennein:
    Bei Coscinocera hercules hatte ich 25 Raupen in L6 / also schon fast
    fertig ... und dann alle jetzt im Juli 2008 nacheinander gestorben
    (ca. 200SFR Verlust und grosse Trauer um diese wertvolle, selten zu
    erhaltende Art).
    Nachzucht von H.cecropia mit 100 Eiern aber bis auf 3 Kokons den Rest verloren und eingegangen. HEUL
    ...

    Am besten alle möglichen kleinen Behälter wegwerfen, gründlich alles mit
    Javel-Lösung reinigen und wieder frisch ans Werk Uwe :freudentanz:

    Viele Grüsse aus Basel
    Thorsten

    Hi Uwe,
    du bist nicht der eizige, die meißten geben es nur nicht zu.

    Ich züchte eigentlich jedes Frühjahr S. pyri oder pavonia, manchmal auch beide. Ein Jahr gehts ohne Ausfälle, das andere Jahr ohne Puppe.
    Manchmal geht die x-te Inzucht, das nächste Mal geht vom Freiland nichts.

    Heute ist nach ca. 9 Monaten Zucht meine letzte Pachypasa otus Raupe eingegangen, die anderen in den letzten 2 Wochen. Ich habe die Eier von Freilandweibchen bekommen. Vor ein paar Jahren ging trotz mehrfacher Inzucht alles glatt.

    Manche "Allerweltsarten" kann ich auch einfach gar nicht züchten.

    Also laß deinen Fensterrahmen am Leben :grinsen:

    Grüße

    Dietmar

    Doch, das kommt schon vor.
    Deshalb ist es gut und wichtig, daß wir so ein breites Netz von Züchtern haben -
    Allen gehen bestimmt nicht immer alle Zuchten ein; aber das kann natürlich passieren...
    Und wenn es so ist, wie im beschriebenen Fall, wo man wirklich alles tut und nichts dagegen machen kann,
    oder wenn unvorhersehbare äußere Faktoren vorliegen, ist das noch gar nicht schlimm! Zufall halt, viele Zufälle,
    man sollte nicht verzweifeln oder abergläubisch werden. Schlimmer ist es, wenn man weiß, daß eigenes Verschulden vorliegt -
    aber trotzdem nichts dafür kann; man kümmert sich z.B. Monate lang um die Zucht und versäumt es dann an einem einzigen Tag,
    aus Stress und Zeitmangel, wenn man z.B. von irgendetwas aufgehalten wird, um eine bestimmte Uhrzeit frisches Futter reinzustellen -
    und alles ist dahin...
    Oder bei der Rückreise werden im Gepäck die herrlichsten Raupen zerdrückt, trocknen aus usw..
    Ich könnte mich manchmal totärgern. Aber auch das kommt vor - und ist eben eine der gegebenen Möglichkeiten,
    die einem bei der Zucht widerfahren können.
    Deshalb alles aufzugeben wäre etwas übertrieben - denken Sie nur an Ihre vielen, einzigartig gelungenen Zuchten
    - und daran, daß in der Natur niemals alle, sondern höchstens einige wenige Raupen eines Eigeleges überleben....

    Nur so viel zum Trost.

    Schönen Gruß,

    Hallo Zuchtkollegen,

    Dietmar schreibt:

    Zitat

    du bist nicht der Einzige, die Meisten geben es nur nicht zu.

    Das sehe ich ganz genau so. :daumenja:
    Es ist ja auch kein schönes Thema. Wer gibt schon gerne zu, dass eine Zucht in die Hose gegangen ist.

    Da macht man sich schon Gedanken, ob die Tiere in der Natur, nicht vielleicht eine bessere Chance gehabt hätten. :nixweiss:

    Dieses Thema finde ich trotzdem überaus wichtig. Jedoch nur wenn auch etwas Nützliches dabei herauskommt. Das kann jedem helfen Fehler bei der Zucht zu vermeiden. :daumenja:

    Die schlaff herabhängende Raupe auf dem Bild von Uwe, kommt mir sehr bekannt vor.
    Vor Kurzem ist mir eine komplette Zucht von C. hippophaes eingegangen, innerhalb von 2 Tagen und ohne ersichtlichen Grund. Die Raupen waren im Freien auf eigetopftem Sanddorn untergebracht. Nach Erhalt der Raupen, ging über eine Woche alles gut. Dann der Totalzusammenbruch.
    So kann man ausschließen, dass eine Krankheit bereits mitgebracht wurde. Außerdem traten beim Kollegen keine solchen Probleme in Erscheinung.

    [Blockierte Grafik: http://i37.tinypic.com/34gspxv.jpg]

    Liegt es eventuell an gespritztem Futter?
    Wie lange halten sich Spritzmittel auf der Pflanze?
    Wie lange halten sich systemische Insektizide in der Pflanze?
    Ist es eine Krankheit?
    Wenn ja welche und wie kann man ihr entgegenwirken?
    Gibt es Krankheiten welche bei den Raupen bereits vorhanden sind, aber erst sehr spät zum Ausbruch kommen?

    Genau dieses Phänomen hat meine A. mylitta-Zucht dahingerafft. Alle hingen schlaff vom Zweig herab, als ich einmal den Futterbaum (nicht aber die Art) wechselte. Auf Berührung zuckten sie immer noch zusammen und nahmen wieder Haltung an, aber irgendwann waren sie zu schwach und kippten vom Zweig...

    Es ist zum Kotzen!

    Ich habe Eure Beiträge auch verfolgt,und ich kann alles nur bestätigen.
    Ich züchte nun auch schon fast 30 Jahre,und habe immer mal Totalausfälle.Warum? manchmal weiß ich es nicht.Alles stimmt bis zur letzten Häutung,ja und dann Schlaffsucht.
    Das letzte was mich verwundert hatte, war:ich hatte Papilio bianor-Mix bekommen,diese werden von mir in Petrischalen aufgehoben bis die Räupchen schlüpfen.Jeden Tag beobachtete ich sie.Sie fingen sich an zu verfärben,und ich wußte bald werden die Räupchen schlüpfen.Tja leider wurde daraus nichts,irgendwie waren die jungen Raupen weg.Ich frage mich wie konnten die abhauen.Aus diesen Schalen kommt nichts rein und nichts raus.
    Siehst Du Uwe,manchmal ist eine Zucht zu Ende bevor Sie anfängt.Außer Spesen nichts gewesen.
    Aber immer Kopf hoch,es werden neue " Erfolge " kommen.
    Viele Grüße an alle Mike Laschinski

    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen zusammen,

    auch ich möchte mich in die Reihe derjenigen einreihen, bei dennen mal wieder etwas schief gelaufen ist und ich vielfach nicht weiß warum. :wut:

    Heuer hat es in L7 Automeris zephyria dahin gerafft. Parallel drei Antheraea-Zuchten. Ich hatte alle vier arten auf Grund des unbeständigen Wetters mal wieder vom Heizungskeller für ein paar Tage in den Garten verfrachtet. Ich vermute, in diesem Fall hat es an der höheren Luftfeuchtigkeit gegenüber dem Keller gelegen.

    Hingegen haben es einige sinensis durch die nass-kalte Zeit im Juli geschafft, sich an meinem Liquidamber zu prallen großen Exemplaren zu entwickeln, die sich dann auch, allerdings unter meiner Obhut, verpuppthaben.

    Auch kann ich für dieses Jahr einige nicht gelungene Paarungsversuche vermelden - C. regalis (7M auf 2F), C. splendens, Autom. randa, Pseudautom. luteata (3M auf 1F).

    Und zu guter letzt meine Schicksalsarten - zugegebenermaßen keine seltenen, aber trotzdem - Autom. io (6. Versuch, geendet in L3), Hyalophora cecropia (3. Versuch, geendet in L2), Saturnia pavionella (1. Versuch, geendet in L5 im Freiland, Opfer des Wetters).

    Aber wo Schatten ist, ist bekanntlich auch Sonne. Zwei Highlights des Jahres - 50 Kokons von dubernardi in beachtlicher Größe bei 3 Ausfällen, 10 Kokons von 10 Eiern von Actias rhodopneuma. :freudentanz:

    Das macht wieder Hoffnung für die weiteren Dinge die da kommen werden. :daumenja:

    für euch alle eine gute restliche Saison,

    Gruß,

    Auch bei mir sind Zuchten in den letzten Jahren verloren gegangen, doch damit jetzt genug, dieses Jahr scheint es aber wieder sehr viele Zuchten erwischt zu haben, wie ich von vielen Züchtern hören konnte. Zum Glück hatte ich bis jetzt noch keinen Ausfall. A. pamina, C. harriettae, A. zephyria, A. randa, A. iris, A. mylitta über 500 Kokons.

    Achtung :ausgesaugte Raupen können von Wanzen attakiert worden sein, gibt sehr viele dieses Jahr.

    Die Frage ist doch, wie kann man das Risiko minimieren. Ich habe die letzten Jahre immer wieder mit sehr erfolgreichen Züchtern gesprochen, einer davon ist R. J. Lampe aus Nürnberg. Meiner Meinung nach lassen sich 80% aller Saturniidae Arten auf folgende Weise erfolgreich züchten. Ich habe das so gelernt und mache es immer so, immer das Gleiche. Das hier soll auch eine kleine Anleitung für Einsteiger sein.

    1. Die Eier

    Wichtig ist, die Eier keinen extremen Verhältnissen auszusetzen, keine Sonne, keine Klimaanlage, keine Nässe, keine zu große Trockenheit. Die Eier kommen immer in Petrischalen aus Plastik, im Fachhandel Preis etwa 2.-EURO, ohne Einlage. Zweimal am Tag sprühe ich mit einer Sprühflasche in die Luft und führe die offene Petrischale durch den Nebel, Deckel drauf und wieder bei Raumtemperatur lagern, besser dunkel als zu hell Die Petrischalen sind nicht luftdicht und lassen so die Feuchtigkeit wieder nach außen, Schimmel ausgeschlossen. Ich habe so noch nie Eier verloren.

    2. Jungraupen

    Merke: Futter nie mit kurz vor dem Schlupf stehenden Eiern zusammen lagern, einige Pflanzen gasen und töten die Raupen, die noch nicht geschlüpft sind. frisch geschlüpfte Raupen sofort durch den oben beschriebenen Sprühnebel führen, sie werden trinken und das bringt einen Tag mehr Überlebenschance, falls sie nicht ans Futter gehen wollen. Achtung: Raupen müssen die Zeit haben, die Eischale zu fressen, also nicht zu früh entnehmen.

    Dann feinen, kleinen Pinsel mit weichen Borsten nehmen, die Raupen unterfassen und in einen neuen Behälter direkt auf das Futter setzen. Geeignet kleine Plastedosen, Filmdosen, Eisdosen usw. diese immer mit Küchenrollenpapier auslegen, Schwitzwasser wird so vermieden, Raupen können sonst in den Pfützen ertrinken. Die Raupen mit dem Futter für 2 Tage dunkel stellen, die neu schlüpfenden Raupen zugeben, immer zu den bereits vorhandenen Raupen setzen, manche Arten leben gesellig (Automeris) und gehen einzeln fast immer ein. Die Behälter aus Plastik brauchen nicht unbedingt Löcher, die kleinen Raupen können nicht ersticken, aber mit einer Insektennadel sollten kleine Löcher etwa 30 Stück in den Deckel gebracht werden, von der Innenseite nach außen stechen, Verletzungsgefahr wege der zuweilen schrfen Kanten.

    Falls das hier von Interesse ist, kann ich meine Erfahrungen weiter fortführen, eine Zeitfrage - bitte um Meinungen!

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Eric,

    wenn Du natürlich versuchst, Raupen bis L7 zu bekommen, ist es ja kein Wunder, dass die eingehen. Lass sie sich doch nach L5 verpuppen, dann fühlen Sie sich auch wohl! :freudentanz:

    Aber Spass beiseite (ich glaube ja, Du wirst es schon richtig wissen!):
    Gerade wenn man, wie einige von, uns auch Zuchtmaterial an anderen Züchter abgibt, bekommt man das gesamte Spektrum an Gefühlen mit. Bei ein und derselben Zuchtlinie erzählt der ein, wie prächtig seine Raupen gedeihen, während der nächste erzählt, dass alle Raupen nach und nach eingehen. Wir wissen zwar eine Menge über die Lebensgewohnheiten der Arten, aber nicht alles und selbst das würde nicht reichen, um konstant gute Zuchten zu haben. Dazu muss man eben auch in der Lage sein, genau die erforderlichen Zuchtbedingungen zu bieten. Wie Bostjan schon richtig geschrieben hat, entscheiden manchmal einige wenige Augenblicke (Zeitmangel, mangelnde Aufmerksamkeit) über eine ganze Zucht. Dazu kommen dann noch Faktoren wie Witterung, Futterqualität, eingeschleppte Krankheiten und Sporen/Pilze usw.

    Auch ich habe jedes Jahr wieder Rückschläge, und zwar auch bei angeblich einfachen Arten oder Arten, die ich zuvor zigfach erfolgreich gezüchtet habe. Gerade haben sich zwei Männchen von Eacles oslari standhaft geweigert , eine nette frische attraktive anwesenden Dame zu beglücken. Das wars dann für dieses Jahr mit dieser schönen Art! Meine Brahmaea hearseyi- Puppen, alle aus einer Zucht vom letzten Jahr, alle groß und scheinbar gesund, vertrocknen oder vermodern nach und nach trotz regelmäßiger Pflege. Jetzt ist ein Weibchen geschlüpfet - und war verkrüppelt! Es ist zum Heulen!

    Auf der anderen Seite freut man sich dann aber auch, wenn es dann bei der einen oder anderen Zucht bis zum Happy End führt.

    Es kommt bei mir aber auch vor, dass ich mich über gelungene Zuchten ärgere. Das betrifft seit Monaten meine nebenbei 'zum Spass' gehaltenen Gespenstschrecken Extatosoma tiaratum. Die vermehren sich explosionsartig und sterben bei mir alle nur an Altersschwäche. Wohin mit den inzwischen hunderten Eiern? Wann endet die Zucht endlich mal? Ich bring aber auch nicht übers Herz, die nun alle ins Jenseits zu befördern oder die Eier zu entsorgen. Vielleicht muss ich die doch mal inserieren und die Zucht aussterben lassen.

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    Ebenfalls "hallo zusammen",

    komisch, dass keiner bisher daran gedacht hat, dass die Fehlschläge beim Züchten nicht unbedingt am "Schicksal", der Klimakatastrophe oder der eigenen "Unfähigkeit" sondern vielleicht auch an der Qualität des vorhandenen Materials gelegen haben könnten. Wenn man frisch, d.h. zu Euro 3,50 das Ei von Philphil aus China direkt geliefert bekommt, kann man guten Gewissens davon ausgehen, dass die nächsten 2 oder 3 Generationen "intakt" sind. Also gute Schlupfraten, gutes und normales Verhalten der Raupen bis zur Verpuppung und keine im Kokon dahinsiechenden "Halbpuppen" (oder bei Schwärmern ebenfalls solche, nachdem die Raupen den Po in die Erde gebracht haben; gerade dies habe ich im letzten Jahr mehrfach erlebt). Die nächsten Generationen haben bereits erhebliche Ausfälle, also geringe Paarungswilligkeit ("ich hab' doch alles Mögliche getan, aber es hat nicht geklappt") , geringe Schlupfraten der Eier und eine gebremste Aufzuchtrate für die Raupen). Das Modell ist häufig dasselbe: Mr. X geht sammeln und hat ein paar Weibchen gefangen, die Eier legen. Das total gute und ursprüngliche "Material" wird zunächst an engere Freunde verteilt und später auch auf dem "Markt" weiergegeben. Und dann, viel zu spät, gibt es die berühmten 50 Eier für 10 Euro, bei denen man schon fast davon ausgehen kann, dass die Schlupfrate wahrscheinlich nur bei 10% liegt.

    Das hat sich jetzt ein bisschen "bös"angehört, ist aber nicht so gemeint. Auch ich habe schon Inzuchtmaterial weitergereicht und mich hinterher ziemlich geschämt, als eine Züchtbarkeit eigentlich nicht mehr gegeben war.
    Ich hatte einige Zuchten in diesem und im letzen Jahr, bei denen die Eier schon relativ viel Geld gekostet hatten, aber kaum schlupffähig waren (z.B. der Bär A. latreillei). Häufig sind dann auch die Raupen nicht in bester Verfassung oder die Zucht gelingt und die Puppen schlüpfen nicht. Da ärgert man sich natürlich heftig, weil ja auch die langwierigen Fütterungen kein Ergebnis erbracht haben.

    Also, es liegt nicht immer nur am Glück oder Pech

    Schönes Wochenende und schöne Zuchterfolge wünscht
    Michael

    Nach sovielen negativen Berichten mal zu Abwechslung etwas positives.
    Ich habe dieses Jahr Großzuchten von A. selene, A. s. mandschurica, A. s. ningpoana ( ca. 300 Stck. ) an Rhododendron , Salix, Robinia, Hippophae und Phellodendron ,
    C. regalis ( 45 Stück an Juglans / 40 Stck. an Ligustrum ovalifolium)
    H. gallii 150 Stck an Epilobium angustifolium
    H. tithymali 60 Stck an Euphorbia spec. &
    H. floridensis 150 Stck. an Phartenocissus ohne Probleme durchgeführt.
    Natürlich gibt es schon mal eine raupe, welche den anderen gegenüber einen schwächeren Eindruck macht ( sofort beseitigen),
    beim Häuten ein problem hat oder es zum Schluss nicht bis zur Puppe geschafft hat.
    Aber das sind Wenige.
    Ich glaube, dass es an den optimalen Verhältnissen in einem Gewächshaus liegt.
    Natürliche Bedingungen in geschützter Umgebung.
    Sehr wichtig ist meiner Meinung nach die Nachtabsenkung der Temperatur und der damit verbundene Anstieg der Luftfeuchtigkeit auf bis 90 % und zeitweise auch noch darüber.
    Die Minimal- / Maximalwerte liegen bei 14 - 38 ° C Temperatur und 25 % - 98 % rel. Luftfeuchtigkeit.
    Das sind natürlich die Extremwerte von April bis Oktober wo es als temperiertes bis Warmhaus geführt wird und sich außer Raupen auch noch einige Orchideen und Pflanzenraritäten sehr wohlfühlen.
    Von November bis märz wird es frostfrei gehalten und dient zur Überwinterung von Pflanzen und Puppen.
    Ein großer Vorteil ist auch, dass sich das Futter, auf grund der überwiegend hohen Luftfeuchtigkeit viel besser hält und nicht so schnell schlapp wird wie in Räumen oder Heizungkellern.
    Da hilft auch kein mehrmaliges Sprühen.
    Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein und sonst nichts.
    Wirklich schade ist es nur, dass es vielen Insektenzüchtern leider nicht möglich ist unter solchen Bedingungen, welche vieles erleichtern durchzuführen.
    Ich habe vor vielen Jahren auch einmal im Heizungskeller und auf der Fensterbank angefangen.
    Bis heute sehe ich noch meine erste eigene Atacus atlas Nachzucht ( 1975 )
    vor mir.
    Sie waren an einer bakteriell bedingten Infektion ( Flacherie , Schlaffzucht, Nosema ) mit Durchfall und süßlichem Geruch innerhalb von 2 - 3 Tagen alle tod.
    Ein häufiger Auslöser einer solchen Darminfektion sind Sporentierchen (Protozoa)
    der Gattung Nosema.
    Bei Raupen vermehrt sich Nosema im Darmepithel, schädigt dieses und löst somit die Krankheit aus, welche typischer Weise mit einer zunehmenden fressunlust beginnt.
    Über die geschädigten und zerstörten Darmzellen gelangen viele andere Erreger wie z. B. Viren und Bakterien in die Hämolymphe der Raupen.
    Sie fressen immer weniger, werden kleiner statt größer, verfärben sich und sterben relativ schnell.
    Bekannt ist der Befall von Lepidoptera durch Nosema schon seit mehr als 100 Jahren, als die Erreger in den Raupenmassenzuchten von Bombyx mori
    Totalausfälle in kürzester Zeit verursachten.
    Gegen die ansonsten kaum zu bekämpfenen Viren und auch anderen Erregern,
    die überwiegend über den Kot der Raupen übertragen werden helfen nur strengste Hygienemaßnahmen und häufige Desinfektion aller Zuchtbehältnisse.
    Die größten Probleme bei der Zucht unter mitteleuropäischen Bedingungen sind meiner Meinung nach die südlichen Arten aus den Hyles euphorbiae Komplex.
    Selbst bei Einzelhaltung der raupen und künstlicher UV-Strahlung kommt es schnell zu Totalausfällen ( Hyles nicaea ).
    Im August 1988 habe ich große Mengen von H. nicaea Raupen in 1700 NN auf der Südseite vom Nemrut Dag ( Türkei ) gefunden.
    Die UV- Strahlung ist dort schon sehr extrem und die Temperatur übersteigt zur Mittagszeit schonmal schnell die 40 ° C.
    Von L1 bis zur Verpuppung brauchen die raupen vor Ort nur 12 bis 14 Tage.
    Was bei einer mitteleuropäischen Zucht nicht möglich ist.
    Ich habe 1989 zwar eine Nachzucht erzeilt, aber mit allergrößter Mühe nur wenige raupen zur Verpuppung gebracht.
    Der allergrößte Teil ist an einer der vorher beschriebenen Infektionen ab L4 eingegangen.
    Trotz aller Rückschläge niemals aufgeben.
    Auf Regen folgt Sonnenschein;
    Viel Erfolg bei euren zuchten

    Sphingidae :falter:

    Wer mit Tieren und Pflanzen in der richtigen Weise umzugehen weiß,
    erschließt für sich Quellen unversiegbaren Reichtums. ( Max Metzger )

    Einmal editiert, zuletzt von sphingidae (20. August 2008 um 19:34)

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