Actias dubernardi Eier ohne Männchen?

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  • Huhu Marleen,



    um dir schon mal die Verwirrung zu nehmen: Ja, können sie! Die Eier sind dann natürlich unbefruchtet.

    Ich denke, das ist einfach dann instinktiv nach einer gewissen Zeit die Eier loswerden zu wollen.


    Das sollte dir aber jemand besser im Detail erklären, der davon mehr Ahnung hat als ich.



    Liebe Grüße


    Dominik

  • Hallo an Alle!

    Zur Info, Parthenogenese wurde tatsächlich bei verschiedenen Saturniiden schon beobachtet sind aber die extreme Ausnahme.

    Eigene Beobachtungen bei Attacus: die Weibchen müssen nach einigen Tagen ohne Anflug eines Männchens Eier los werden, entweder weil es "drückt", oder, um leichter und somit flugfähiger zu werden, um ein Männchen in einem anderen Gebiet zu suchen. Ansonsten hängen sie bis zur Begattung an ihrem Kokon was auch logisch ist. Bringt ja auch nichts von einem fliegenden Weibchen die Pheromone grossflächig zu verstreuen, denn dann könnte nie ein Männchen zu einem Zielflug ansetzen.

    Ulrich

  • Das könnte man bei einigen Arten durchaus vermuten, so selten wie davon Weibchen gefunden werden.

    Z. B. die Zahnspinner sieversi, carmelita, dodonae/trimacula oder auch obliterata/melagona.

    Vielleicht vermehren die sich auch durch Knospung am 2. Schienbein? :P

  • Hallo! Ich habe das mit der Eiablage ohne Befruchtung bisher bei allen Arten Saturniiden beobachtet, die ich bisher hatte. Bei Attacus hat die Eiablage bei mir bisher jedes Mal ab dem 2. Lebenstag begonnen, mit oder ohne Männchen, bei Argema Mimosae z.B. erst ab 7 Tagen Lebensdauer, (ohne Männchen). Das ist bemerkenswert. Eine Parthenogenese wäre echt interessant. Ich hatte sogar, um genau dies zu testen, die Eier vom Attacus Atlas Weibchen14 Tage aufbewahrt, so wie befruchtete Eier. Nach etwa 2 Tagen waren die Eier allerdings schon eingefallen. Ich wusste damals nicht, was dies bedeutete. Nach 14 Tagen waren die Eier völlig ausgetrocknet.


    Vielen Dank für die Infos!!! Immer wieder spannend und lehrreich!:thumbup::thumbup::thumbup:

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  • Hallo,

    Ich schließe mich Motte77 an. Ich hatte schon Weibchen von Bunaea aslauga, Attacus Atlas, Argema mittrei, Argema mimosae, Actias Ningpoana und Epiphora intermedia, bei denen es zu keiner Paarung aus unterschiedlichen Gründen kam. Alle haben zunächst versucht ein Männchen zu locken und dann dennoch begonnen die Eier abzulegen. Manchmal sind es dann weniger als üblich, aber zu einer gewissen Eiablage kam es immer und sie waren alle unbefruchtet und sind in sich zusammen gefallen. Dadurch und auch weil die Weibchen eh eher nur an einem Fleck sitzen, ist die Methode mit Tageslichtlampen oder einer Kühlung die kurze Lebensdauer zu verlängern auch bei den Weibchen absolut nicht zweckdienlich.

  • Moin an Alle,

    folgende Publikationen zu den Themen Parthenogenesis und Eistadium bei Attacus atlas:


    Michael Weiss (1971): Parthenogenesis bei Argema mittrei (Lep., Saturniidae). - Entomologische Zeitschrift, 81 (24), 15.12.1971: pp. 276-278, 1 Abb. [parthenogenetisch entstandenes erstes Larvenstadium von Argema mittrei].

    Ich zitiere: 1 Räupchen geschlüpft und weitere 7 voll entwickelte Räupchen, die die Eihülle nicht verlassen hatten von 75 unbefruchteten Eiern.


    Paukstadt, U. & Paukstadt, L. H. (1992): Beobachtungen zur Dauer des Eistadiums bei Attacus atlas (Linnaeus 1758) aus westjawanischen Populationen (Lepidoptera: Saturniidae). – Entomologische Zeitschrift (Essen), 102 (20): pp. 387-388.

    Ich zitiere: Schlupf der Räupchen von Attacus atlas (West Java) nach ca. 14 Wochen nach einer Handpaarung.


    Wie ich bereits schrieb ist das die seltene Ausnahme und nicht die Regel!

    Ulrich

  • Dadurch und auch weil die Weibchen eh eher nur an einem Fleck sitzen, ist die Methode mit Tageslichtlampen oder einer Kühlung die kurze Lebensdauer zu verlängern auch bei den Weibchen absolut nicht zweckdienlich.

    Doch, natürlich kann das sehr zweckdienlich sein, eben um den Beginn des Lockens bzw. der Ablage unbefruchteter Eier zeitlich hinaus zu zögern, zBsp. weil gerade kein Männchen verfügbar oder bereits geschlüpft ist; aber in wenigen Tagen damit gerechnet werden kann.

    Auch wenn die Weibchen sich kaum bewegen, sobald sie anfangen zu locken läuft die Uhr. Auch wenn nicht sofort danach mit der Ablage (unbefruchteter) Eier begonnen wird, sondern erst Tage später; werden die Weibchen bei vielen Arten nach 2-3 Lock-Nächten bereits nur noch mit viel Glück angeflogen, da die abgegebene Pheromon-Konzentration wohl schon zu gering ist. Dann hilft oft nur noch Handpaarung.


    Unter Dauerlicht lassen sich auch die Weibchen oft gute 2-4 Tage inaktivieren, wodurch sich die Zeitspanne für den Schlupf eines passenden Männchens für eine potenzielle natürlich zustande kommende Kopula verdoppelt bis verdreifacht.


    Gruß,

    Lucas

  • Zusätzlich zum Dauerlicht sind natürlich auch niedrigere Temperaturen zweckdienlich, weil dadurch der Stoffwechsel der wechselwarmen Tiere herabgesetzt wird. Ich hältere meine tropische Saturniiden immer im Keller bei 12-15°.

    Den umgekehrten Effekt konnte ich mal bei der Zucht von Pseudimbrasia deyrollei beobachten (ganz wunderbare Art, wird gerade wieder angeboten). Im heißen Sommer 2018 in einer Dachwohnung mit min 35° hatte ich Idiot noch eine Heizmatte unter den Schlupfbehälter mit den Puppen gelegt. Keine Ahnung, wie heiß es in dem Behälter war, aber bestimmt deutlich über 40°. Mit der Folge, dass die nachts geschlüpften Weibchen noch am selben Nachmittag an Ort und Stelle Eier legten, was eigentlich nur an einem völlig überdrehten Stoffwechsel gelegen haben kann.

    Gruß

    Thomas

  • Hallo Lucas,

    Meine Weibchen haben unter Dauerlicht oft dennoch das Locken begonnen bzw. oft auch tagsüber dann gelockt. Das Dauerlicht hatte meist nur wirklich bei den Männchen Erfolg. Auch kam die Eiablage nicht zeitverzögert unter Dauerlicht. Vielleicht sind allerdings dafür auch manche Arten einfach besser geeignet als andere? Natürlich könnte es auch daran liegen, dass ich zusätzlich nicht noch die Temperatur herabgesetzt habe. Bei den Männchen hingegen hat es immer gut funktioniert mit dem Dauerlicht.


    Liebe Grüße,

    Franzi

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