Zucht von Totenkopfschwärmer

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  • Hallo Celina

    sehr guter Zuchtbericht vom Frank.

    Habe die Art 3 x aus gekauften Eiern gezüchtet. Erstmals um 1980 im Winter bis - 15 Grad, musste den Liguster (Ligustrum vulgare! Hecke) unterm Schnee rausholen und auftauen. Die Blätter sind z.T. abgefallen, aber die Raupen haben diese mit den Vorderbeinen gehalten und gefressen. Zuchtbehälter auf bzw. über der Heizung.

    Gab sehr schöne und große Falter.

    Die 2. Zucht (2000 im Sommer) ging daneben, da ich die Puppen zu trocken gelagert hatte => alle vertrocknet!!!. Ist mir bei Schwärmer Puppen in dieser Form sonst nie passiert.

    Die 3. Zucht (2015 im Sommer) gab sehr schöne und große Falter, da ich die Puppen relativ feucht gelagert hatte.

    Nach meinen (übersichtlichen) Erfahrungen ist der Totenkopf deutlich empfindlicher hinsichtlich Trockenheit der Puppen als andere "tropische" Schwärmer.

    Grüße Armin

  • Hallo zusammen,


    ich bekomme ebenfalls die Tage von einem Bekannten ein paar Eier von Acherontia atropos, leider recht kurzfristig. Ich habe schon einiges zu der Art gelesen (auch den obigen Zuchtbericht) und ich denke, dass ich schon einigermaßen gut vorbereitet bin. Ich habe allerdings das Problem, dass ich fürchte, nicht ausreichend Futter beschaffen zu können. Ich habe schon vor ein paar Tagen Tomatensamen und austreibende Kartoffeln eingesetzt, aber bis die genug Material liefern dauert es wohl noch ein bisschen. Heute hab ich noch Syringa vulgaris und Buddleja davidii (hat schon ein paar kleine Blätter) geschnitten und in meiner Wohnung in Wasser gestellt und hoffe, dass die Zweige bald gut austreiben. Leider weiß ich in meiner Umgebung keinen Liguster, weder wild noch in den Nachbarsgärten und Pflanzen aus dem Baumarkt, die vielleicht gespritzt sind, falls sie überhaupt momentan welche haben, möchte ich nicht riskieren. Ich hab gelesen, dass auch Hedera helix und Brombeere und auch andere immergrüne Pflanzen schon versucht wurden, hab aber wenig bis garnichts zur Annahme dieser Futterpflanzen gelesen. Vielleicht kann man ja hier noch ein paar Erfahrungen zu Winter-Futterpflanzen sammeln, falls jemand noch Ideen hat. Ich wäre darüber jedenfalls sehr dankbar.


    Liebe Grüße :smiling_face:

    Sarah

  • Moin,


    bei dieser Konstellation kurzfristige Eilieferung ohne ausreichende Futtervorräte gibts eigentlich nur zwei Optionen.


    Erstens den Versuch mit den geschnittenen Kartoffelscheiben starten. Hab ich selbst noch nie versucht, kann also dazu nicht sagen.


    Zweitens die Tiere auf Kufu ziehen.

    Ob es mit atropos schon ab L1 auf Kufu klappt, kann ich auch nicht sagen, da ich bisher immer erst ab L3 darauf gewechselt war. Ich hab Ligustrum ovalifolium in Menge, auch im Winter zur Verfügung.

    Allerdings fressen die Raupen bis dahin auch keine großen Mengen an Futter und ein bisschen Liguster kann man überall finden. Dass es den vor Ort (egal wo in Mitteleuropa) nicht gibt, ist ziemlich unwahrscheinlich. Einfach mal wirklich genau in Hecken, Gärten und Unterholz an Waldrändern schauen. An klimatisch begünstigten Stellen hat Schmetterlingsflieder (Buddleya sp.) auch im Winter oft noch ein paar Blätter. Auch daran lässt sich atropos gut bis L3 bringen.

    Ab L3 klappt die Weiterzucht mit Kufu problemlos, egal ob mit Ligustrum oder Buddleya die Zucht begonnen wurde.


    Auch Oleander (Nerium oleander) eignet sich als Futter. Allerdings braucht es verhältnismäßig junges, weiches Laub. Die alten, harten Blätter werden erst von L4 und L5 zuverlässig gefressen. Und man darf die nötigen Futtermengen eben nicht unterschätzen, die ab L5 benötigt werden.

    Einen Versuch wert könnte auch Vinca major und Vinca minor sein. Hab ich aber selbst noch nicht getestet.


    Eine oder mehrere L5 von Acherontia atropos auf frisch angetriebenen Pflanzen oder in Wasser eingestellten Trieben bis zur Verpuppung zu bringen, erscheint sich mir illusorisch.


    Rezept ist hier zu finden:


    Viel Glück

    Rudi

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  • Hallo Rudi,


    vielen Dank für die Tipps, du hast mir schon sehr geholfen! Ich werde mich auf jeden Fall morgen nochmal auf mein Fahrrad schwingen und hoffen, dass ich irgendwo in der Umgebung doch noch Liguster finde. Ansonsten hab ich wie gesagt Buddleja zur Verfügung, insgesamt 3 Sträucher, die zumindest einige kleine Blättchen tragen. Kartoffelscheiben, Efeu, Brombeere und Immergrün werde ich bei Bedarf testen und dann berichten. Und beim Einkaufen nach den Zutaten für das Kufu Ausschau halten. Allerdings hab ich keine Ahnung wo ich unvorbereiteterweise Blattpulver herkriege, zumal ich gelesen habe, das man das in der Hauptvegetationsperiode vorbereiten sollte... Ich hoffe mal, dass ich ohne auskomme und frage nochmal im Bekanntenkreis nach Ligusterhecken/Oleander etc. Gott sei Dank ist Acherontia atropos nicht monophag!


    Liebe Grüße

    Sarah

  • Hallo Sarah,

    Acherontia atropos wird in der Literatur als ziemlich polyphag beschrieben.

    Es gab vor vielen Jahren in der Entomologischen Zeitung (noch als Heftle und schwarz-weiß) eine längere Auflistung der bekannten Futterpflanzen.

    Schon die Liste bei Wikipedia unter Totenkopfschwärmer ist recht lang.

    Vielleicht ist etwas dabei, was verfügbar ist. Und denk dran, die Kerle fressen viel!


    Grüße Armin

  • cut potato pieces are a quick way to grow the plant. While atropos is polyphagous once you give them a particular plant,

    if you run out, you may have issues switching.

    As I posted earlier, I started mine on potato and had to finish on olive- they refused tomato, privet, lilac, salix babylonica,

    and probably more from the garden. These were L5, not babies, at L5 they eat stems-

    You have a lot of good information in the above posts, including using artificial diet, of which there are different choices,

    Manduca sexta is commonly raised on an artificial diet.

  • Ich hab atropos schon von Ei bis Puppe auf Kunstfutter gezüchtet. Ich hab mir damals KuFu von Serge bestellt und bin nach seiner Anleitung vorgegangen. Das ging eigentlich recht gut, sicher mit mehr Verlusten als auf Liguster aber trotzdem. Die Färbung der Raupen war ein wenig irritierend, viel blasser als sonst. Die Puppen und Falter waren aber doch deutlich kleiner als normal. Interessanter Versuch, mehr nicht.

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